Ich möchte die Gelegenheit mal nutzen, hier eine kleine Sammlung von Systemen zu starten.

Mich interessieren zwei Dinge:

1.) Mit welchem Rollenspiel ihr damals angefangen habt (ggf. wann), und ob ihr es heute noch spielt.

2.) Welches System ihr heute empfehlen würdet, um einen Rollenspielneuling vom Hobby zu begeistern (gerne auch mit Begründung).


[Nachtrag]
Diskussionen über die genannten Rollenspiele bitte [Diskussion] Einsteigerrollenspiele (http://forum.hamstercon.de/index.php?topic=609.msg6180#msg6180) führen.
zu 1.)
Ich hab 1993 mit DSA angefangen und spiele heute kein DSA mehr.

zu 2.)
Als anfängertauglich würde ich heute z.B. Savage Worlds einstufen, da das System viele verschiedene Spielwelten mitbringt (da sollte für jeden Geschmack was dabei sein) und die Verbindung von Rollenspiel und Brettspielelementen macht das Spiel in komplexen Situationen sehr anschaulich und erleichtert mMn den Einstieg.

zu 1.)
Ich hab ca. ein Jahr vor der HC 9 angefangen mich mit Call of Cthulhu und dem Lovecraft-Universium zu beschäftigen (Auslöser war die Berührung über Munchkin Cthulhu, denke ich [bin mir aber gar nicht mehr sicher ob das die Ursache dafür war die Kurzgeschichte zu lesen]). Da ich mit dem Gedanken gespielt habe alte Freunde als SL in P&P zu ziehen, wollte ich erst mal selbst eine Runde als SC erleben. Meine erste Runde dazu habe ich dann damals auch gleich bei Dumon auf der HC9 spielen können (Zwar hatte ich auch auf der HC kurz zuvor eine Pathfinderrunde aber das Hero/Fantasy-Setting ist nicht so mein Fall). Seither beschäftige ich mich häufig mit Inhalten rund ums Lovecraft Universum, spiele aber nur selten.
Meine Spieler und SL-Karriere beschränkt sich auf jeweils zwei Runden.
zu 2.)
Ich würde dennoch auch jedem der Detektiv und oder Horror sowie an einem häufig sehr Plot bezogenen Rollenspiel spass hat auch wieder Cthulhu empfehlen. Ich finde das Regelwerk ist mit seinen Prozentwürfen sehr eingängig.
1)
Ich habe recht spät mit dem RPG angefangen (1995, glaube ich, also mit 16). Begonnen hat das Ganze mit einem recht kurzen Einstieg in das Warhammer FRPG. Danach kam recht schnell DSA. Während ich eine Abneigung gegenüber DSA entwickelt habe (aus verschiedenen Gründen), ist Warhammer FRPG immer noch mein Goto-System, wenn ich Fantasy-RPG leite (allerdings ein gedoktorter Hybrid aus 1., 2. und mittlerweile auch kleinen Versatzstücken 3. Edition).

2)
Während es durchaus RPGs gibt, die einfacher sind für den Einstieg, genau wie es solche gibt, die superkomplex sind, glaube ich, dass sich jedes höchstens im Mittelfeld einpendelnde RPG für den Einstieg eignet, wenn es entsprechend angegangen (und ggf. auf die Bedürfnisse angepasst) wird. Viel hängt davon ab, was der SL und was die SPieler erwarten, daher lässt sich das mMn nicht so ohne Weiteres festmachen...
1) Ich habe 1998 mit DSA angefangen. Spiele DSA aber seit ca. 2003 nicht mehr.

2) Ich denke es sind zwei Dinge für ein gutes Einsteigersystem entscheidend. Zum Einen sollten die Regeln einfach sein und dem Spieletr/ der Spielerin einen fast intuitiven Einstieg ermöglichen. zum anderen sollte die Welt interessieren/fastzinieren.
Gute Systeme sind das bereits genannte Cuthulhu (sorry für mich als Legastheniker eins der schwierigsten worte und ich kann mir noch heute die Schreibweise nicht merken)
ein anderes System weil die Welt leicht erklärbar ist und das System auch sehr einsteigerfreundlich ist Private Eye. Fast jeder kennt Detektivgeschichten und die Abneteuer dazu sind nunmal wirklich gut durchdacht und das einfache System bietet gute Möglichkeiten für Rollenspiel und regelentscheidungen.
Das sind nur zwei Beispiele, es gibt sicherlich viele Systeme auf die das zutrifft. Ich denke aber die großen Systeme wie DSA, SR oder D&D sind heutzutage recht komplex und somit eine hohe Hürde für Einsteiger obwohl Sie aufgrund ihrer Bekanntheit und durchaus interessanten Welt noch immer neueinsteiger ziehen
1) Ich hab auch so ca. 1998 mit DSA und fast gleichzeitig Shadowrun angefangen, glaub ich, kann mir so was aber nur schlecht merken. Spiel momentan leider gar nicht mehr aus Zeitgründen :(

2)PP&P mit einem Plüschie auf dem Schoss und 4 Attribute: Stärke, Geschick, Mut & Intelligenz. :) Dazu ein knallbunter Würfel....
1) Die erste richtige Kampagne war Midgard.

2) Arcane Codex. Gründe:
Ich habe 1984 angefangen Midgard zu spielen. Damals gab es noch kein DSA. Lange Jahre war das mein Stammsystem. Ich habe einiges nebenbei ausprobiert (einiges auch durchaus etwas länger), bin aber an Midgard immer hängengeblieben. Ein zweites System, was mir dauerhaft wichtig war, ist Ars Magica.

Ars Magica spiele ich immer noch. Midgard habe ich vor noch gar nicht so sehr langer Zeit aufgegeben. Ich brauchte frischen Wind. Stattdessen spiele ich jetzt Fate Core und hin und wieder ein paar Indies. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich mit Fate als Einsteigersystem tendenziell ein etwas proaktiveres Spiel zu eigen macht. Das ist etwas, was ich begrüßen würde. Daher benenne ich das auch mal als mein Wunsch-Einsteigersystem.
1.) Ich hab vor langer Zeit (irgendwann als ich zur Hamstercon dazugestoßen bin) mit Arcane Codex angefangen. Das spiele ich aber auch schon lang nicht mehr. Fand die Welt ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig spannend, aber mir liegen die reinen Fantasy-RPG's ohnehin nicht so sehr.

2.) Ich find, um jemanden dafür zu begeistern sollte die Welt spannend sein und man braucht für die ersten Male einen guten SL. Denn wenn es erstmal für 3 Stunden zu Regeldiskussionen kommt ist das mMn eher ein abturner. Schwierig ist dabei festzulegen, was für eine Welt jetzt "spannend" ist, da sich das natürlich nach eigenem empfinden ändert.
Als ein tolles Starter RPG finde ich aber jedenfalls auch PP&P geeignet. Eine knuddelige Welt, einfache Regeln und Plüschis. Was will man mehr?
1) Ich habe damals auf irgendeinem Geburtstag AD&D gespielt (ETW0!) und war begeistert. Jeder von uns hat einen vorgefertigten Charakter bekommen, soweit ich mich erinnere wurden uns die Regeln nur ganz grob erklärt (je höher der w20 ist, desto besser) und es war im Prinzip das klassische Dungeon. Alles woran ich mich sonst von der Runde erinnere ist das wir durch jedes Schlüsselloch geschaut haben und allgemein viel zu vorsichtig vorgegangen sind. Achja, irgendwo in dem Abenteuer war ein magischer Dolch, was meinen Schurken gefreut hat. Das war aber auch das einzige mal das ich AD&D gespielt habe. Danach kam (neben einem Rollenspielserver von Ultima Online, aber das zählt nicht) DSA als erstes richtiges Rollenspiel, mit eigener Charaktererschaffung, längeren Abenteuern und so weiter. Ich  spiele keines von beiden mehr (wobei altes AD&D bestimmt noch seinen Reiz hätte... aber so gute Erinnerungen ich daran habe, irgendwie hat es sich aus-DSAt)

Ein paar Neulinge mit denen ich gespielt habe, hatten als erste Systeme...
...Degenesis. In der Version die wir damals gespielt hatten, die nur sehr begrenzt etwas mit der Vision der Autoren zu tun hatten. Wird heute von Ihnen nicht mehr gespielt, allerdings bietet es meine Gruppe ja auch nicht an.
...Dogs of War. Dreimal sogar, weil ich es einfach recht häufig angeboten habe. Weiß allerdings nicht was aus aus den Leuten geworden ist, außer aus einem, der einfach keine Zeit für RPGs hat.


2) Welches System ich einem Neuling empfehlen würde, kommt auf den Neuling an. Jemanden der aus der Computerspielsparte kommt und WoW auf einem Rollenspielserver spielt und sich vor allem darüber freut mal jemand anders zu sein, würde ich anders angehen als jemand der LoL spielt und seinen Spaß daran hat Leute anzubrüllen das sie die falschen Taktiken nutzen (für letztere kann man Shadowrun empfehlen  :D). Ebenso Romanleser, Tabletop-Spieler, Brettspieler, Filmfans... man kann die Leute doch irgendwie abholen wo sie stehen.
Generell finde ich, wohl inspiriert von meiner Erfahrung, es am besten die Leute einfach ins kalte Wasser zu schubsen. Hier ist dein Charakter. Du kannst nichts wirklich falsch machen. Sag einfach was du tun willst, wir regeln die Regeln (vielleicht mit einer oberflächlichen Einführung wie der normale Wurf funktioniert) schon. Denke hardcore Regeldiskussionen und umständliche Regelwerke, bei der man über fünf Minuten braucht um eine nicht so besondere Aktion abzuwickeln, hätten mich eher abgeschreckt.
Als Systeme würde ich empfehlen...
Barbarians of Lemuria/Dogs of War: BoL ist praktisch "80er Jahre, Sword & Sorcery: das Rollenspiel" und Dogs of War "80er Jahre (Militär)actionfilme: das Rollenspiel". Beides nicht nur für Arnie- oder 80er-Jahre Fans zu empfehlen. Der Vorteil des Systemes ist die Charaktererschaffung die bei den meistens Profis nur 15 Minuten braucht, die wirklich einfach ist, bei der man eigentlich keine großen Fehler machen kann und man meistens ein Charakterkonzept recht einfach aufs Papier gebannt bekommt. Oder in der man umgekehrt einfach einen Charakter basteln und dann davon auf das Konzept schließen kann. Das habe ich jetzt ja schon dreimal (vielleicht sogar öfters)l mit Neulingen gemacht und es ist jedes mal recht gut gelaufen. Die Welt von Lemuria ist simpel genug damit man die Grundlagen schnell erklären kann und die tiefen bei Gelegenheit nachstreuen kann, das Dogs of War Standartsetting ist unsere Welt 1980/in der Moderne, ganz ohne Magie - wozu man dann nicht viel sagen muss. Das Regelwerk ist simpel, einfach erklärt und spaßig.
Apocalypse Word, oder ein anderes "Powered by the apocalypse" System: Das System ist für Spieler einfach. Die Charaktererschaffung ist wirklich ideal: der Spieler sucht sich einen Charaktertypen aus, darf ein paar Dinge ankreuzen, sucht sich ein paar vorgegebene Verbindungen zu den anderen Charakteren aus und los geht's. Die etwas ritualisierte Art, alles mögliche abzuwandeln ist gewöhnungsbedürfitg, ist aber einfach genug und Neulinge kommen aus Erfahrung mit Konzepten die von normalen RPs abweichen eh besser zurecht.
Iron Kingdoms: für die Taktiker. Das Grundsystem ist immer noch simpel, bei der Charaktererschaffung kann man auch nicht wirklich viel falsch machen und die Taktik kommt vor allem daher, das man Sonderfähigkeiten der Charaktertypen einsetzt. Spaßig und schnell, aber gleichzeitig taktisch anspruchsvoll eben. Außerdem kennen manche Tabletopspieler die zu wohl mehr als 80% gleichen Regeln von Warmachine/Horde bereits.

Ansonsten haben alle anderen Poster auch wirklich gute Vorschläge gemacht (wobei mich PP&P wohl nicht angesprochen hätte. Zielgruppenfrage  :)).

Was ich Schade finde, ist das Shadowrun nicht in einer einfacheren, auch für Anfänger gut geeigneten Version gibt. Mit den vielen Romanen, dem Haufen an Computerspielen die jetzt in dem Setting herauskommen (womit das farbenfrohe Setting ja schon super erklärt wird) und dem niedrigen Preis der deutschen Edition wäre es interessant. Allerdings ist es eben doch verdammt umständlich (mit der Unterteilung Astralraum/Cyberspace/Meatspace. Nichts davon hat wirklich einfache Regeln) und jede zweite Conrunde in der ich gespielt habe, hatte irgendwo lange Regeldiskussionen, an deren Ende irgendwer unglücklich war, was für Anfänger doch abschreckend sein könnte.
1)
Falls das zählt, waren dass Soloabenteuer in Buchform. Ansonsten DSA3 Mitte der 90er und danach DnD 2nd Edition.

2)
Bei jüngeren Spielern StarWars d20 da es recht einfache Regeln benutzt und das Universum bekannt ist. Alternativ wäre auch das Warhammer Fantasy Rollenspiel eine Idee.
Falls man dann mehr Regeln wünscht DSA4 wegen der reichhaltigen Hintergrundwelt oder bei weniger Regeln und mehr Abwechslung Honk Kong Action Theater.
Tisch #:
Mitspieler: