In der Woche der provokanten Thesen mach ich mal weiter mit einer Frage die ich mir schon länger stelle.

Schadet die große Auswahl an Rollenspielsystemen dem Hobby evtl. gar mehr als sie nutzt?

Als ich Anfang der 90er zum ersten mal mit der Rollenspielszene in Kontakt gekommen bin, war die Welt noch einfach:
Man hat DSA (damals noch von Schmidtspiele) gespielt, das man damals übrigens im gut sortierten Spielwarenladen oder Buchhandlungen kaufen konnte. Die besonders aufgeschlossenen hierzulande kannten vielleicht noch D&D oder das erste Shadowrun. Aber so Hardcore waren wir damals noch nicht drauf.
Gespielt wurde mit den Schulfreunden und das möglichst jedes Wochenende.

Und heute fast 1/4 Jahrhundert  :o später?
Es gibt unzählige Systeme und Spielwelten. Für jeden Spielstil ist was dabei und die Auswahl fällt echt schwer, zumal die Zeit zum spielen auch eher knapper ist, als noch zu Schulzeiten.
Sich dann innerhalb der Gruppe auf ein System/Setting zu einigen grenzt schon fast an ein Wunder.

Ich könnte mir vorstellen, das der Einstieg heute für Neulinge auch eher schwerer sein könnte.
Wie soll man aus der vielzahl von Systemen das finden, das den eigenen Vorlieben entspricht, ohne Spielerfahrung, die einem sagt, was einem gefällt und was nicht!?
Ich glaube du irrst dich. Ich hate den gleichen Einstieg, ja da stimmt aber auch ich habe erst später erfahren das es auch ANMDERE Systeme gibt.
Der blinkwinkel hat sich einfach gändert. Auch Früher gab es die ganzen Systeme. Woher ich diese Behauptung nehme? Ganz einfach ich habe viele Leute Gefragt womit sie angefangen haben und auch was sie wann so alles gespielt haben. Vom Veteranen der 83 mit D&D angefangen hat und über das erste DSA müde lächelte weil man da ne Maske trägt und in reimen spricht beim Zaubern bis hin zum Neuling der wegen eines Computerspiels vor ein par Wochen ein Buch gekauft hat habe ich allemöglichen Leute gefragt. Und siehe da. Nicht nur DSA ist hierzulande die EInstiegsdroge. Da gibt es Shadowrun, D&D, Vampiere, Traveller, Midgard und viele andere Systeme, die Heute Teilweise garnicht mehr existieren (Ich kenne Sogar Leute die mit PP&P oder Paranoia angefangen hatten)

Ich glaube wie gesagt das liegt am Blickwinkel und nicht an der Zeit. Heute kommt man an den Kram sogar dank Internet viel leichter als damals. Früher musste man noch nach nem Vedes suchen, weil der Karstadt die DSA sachen nicht hatte ;) Heute ist das SR5 GRW auf PLATZ 1 im Bereich Buchrollenspiel bei Amazon.
Die Auswahl ist aber wesentlich größer geworden, da unter Anderem die Möglichkeiten der Finanzierung von Nischenprodukten exponentiell gewachsen sind. Das ist aber nicht nur im Rollenspielbereich so - in allen Bereichen führt die größere Spezialisierungsmöglichkeit auf genau die Nische, die man am liebsten hat, zu einer größeren Fragmentierung der Gesellschaft an sich und des spezifischen Hobby-Bereiches im Kleinen (wenn man den genauer betrachtet).

Ich denke, dass die größere Auswahl an Systemen auch ein Problem darstellt. Nehmen wir insbesondere den deutschen Raum, so waren vor ca. 20 Jahren eben NICHT so viele RPGs vorhanden wie jetzt (in Deutsch). In der Tat gab es noch nie so viele Systeme wie heute. Klar, es sind welche ausgestorben, und tun das auch noch. Ständig entstehen und vergehen neue Ideen. Aber die Bandbreite, in der gespielt wird, war nicht da. In Deutsch gab es da eine Handvoll Möglichkeiten. Und da hat man sich eben fokussiert drauf.
Nimmt man den englischen Raum dazu, wurden das mehr, aber auch da ging die Zahl nicht in diese großen Ausmaße.

Nehmen wir z.B. mal Cthulhu.
Was gab es früher? Das unglaublich innovative Call of Cthulhu von Chaosium, das dann auch ins Deutsche übertragen wurde. Innovativ, weil die Charaktere keine Helden waren, sondern normale Menschen, weil sie wahnsinnig wurden und sich nicht steigern konnten (kaum).
Und heute?
- Systeme, die noch aktiv laufen:
Call of Cthulhu, Trail of Cthulhu, Achtung! Cthulhu (mit dem CoC-System), The Laundry (mit dem CoC-System), Delta Green (wird mit eigenem System neu aufgelegt), Lovecraft, Arkham and Cthulhu (FateCore Quellenbuch, jetzt auf KS)
- Systeme, die mit Corebook abgeschlossen sind, oder (wahrscheinlich) nicht mehr laufen:
CthulhuTech (wird wahrscheinlich nicht mehr fortgeführt), Eldritch Skies, tremulus, The Void (wahrscheinlich gleiches System wie CthulhuTech), Realms of Cthulhu (Savage Worlds Engine), Cthonian Stars (Traveller-System), Macabre Tales
- Systeme, die es frei zum Download gibt:
- Cthulhu Dark, Nemesis
- Indie-Systeme mit deutlichem Cthulhu-Touch:
Insylum, The Iä! Iä! Ph'iles, The Shab-al-Hiri Roach, Pokethulhu, Cthulhu for President

Und dabei habe ich bestimmt drei, vier übersehen/vergessen...
Wichtig ist aber, dass die alle noch zu bekommen sind. In PDF-Form wieder aufgelegt, oder dauerhaft verfügbar gemacht.

Diese Fragmentierung setzt sich in allen Bereichen fort.
Hat man früher Fantasy gespielt, dann teilte sich das auf in DSA, D&D und MERS. Ein paar Verrückte spielten Rolemaster oder Ruf des Warlock.
Und heute? Zig Möglichkeiten. Klar gibt es die Mainstream-Linien, die hauptsächlich gefahren werden, aber es gibt einfach superviel Auswahl, und man MUSS sich nicht darauf beschränken, wenn man nicht will. Für jeden ist was dabei.

Das heißt aber auch, dass jemand, der xy spielen will, es wesentlich schwerer hat, Leute zu finden, die das auch tun.
Internet machts möglich.
Crowdfunding entwickelt die Möglichkeiten exponentiell!
Sicherlich mag es stimmen, das es Anfang der 90er schon mehr als die im Startposting genannenten Systeme gab, aber das waren damals nunmal die präsentesten.
DSA ist nach meinem Kenntnisstand z.B. das einzige RPG für das in Deutschland jemals TV-Werbung gemacht wurde.
Auch wenn es früher schon mehr als 3 Systeme gab, so ist das Angebot und die Vielfalt heute um ein vielfaches größer.
Die Systeme damals waren mMn auch (Regelseitig) Designtechnisch mehr oder weniger gleich bzw. sehr ähnlich. Es gab meist Hitpoints, Attacke, Parade, Skilllisten, etc.; kein Player Empowerment, keine alternativen/innovativen Probenmechanismen wie Jengatürme oder Tarotkarten, etc..

Heute gibt es so unfassbar viele Systeme mit z.T. extrem unterschiedlichen Designzielen. Vergleich nur mal Klassiker wie DSA, D&D, SR mit FATE, Savage Worlds, oder Indiespielen Dread oder Fiasco. Von den vielen Spielwelten ganz zu schweigen.
Die oben aufgelistete Vielfalt an Cthuluiden Rollenspielsystemen zeigt doch recht anschaulich, wieviele verschiedene Ansätze es für eine (relativ gut umgrenzte) Spielwelt gibt. Im Bereich Fantasy mag das sogar noch extremer sein.

Jeder Spieler hat doch so seine Vorlieben und Vorstellungen, was ein gutes System (Regeln und Spielwelt) ausmacht. Bei der aktuellen Vielfalt wird es jedoch u.U. immer schwerer sich auf eines zu einigen.

@Corn
Nimm doch nurmal uns 2 als Beispiel. Wir könnten uns sicher noch auf Shadowrun als Spielwelt einigen. Beim verwendeten Regelsystem gehen unsere Vorlieben aber schon weit auseinander. Während du sicher SR5 bevorzugen würdest (und dafür sicher auch gute und nachvollziehbare Gründe hättest), wäre mir das Regelgerüst für meinen Geschmack zu umfangreich und unflexibel. Ich würde für eine mögliche SR Runde FATE als Regelsystem vorziehen.
Dieses Problem hätten wir vor 25 Jahren gar nicht erst gehabt.
@Dumon: Das es so viele Systeme für den Großen gibt war mir garnicht bewusst. Sind das wirklich unterschiedliche Systeme oder nur unterschiedliche Settings mit ähnlichen Regeln (wie bei klassichen oder now)?

@Com: Das wirt uns nur bei SR finden können liet heute im Vergleich zu vor 25 Jahren wohl eher daran das ich schrecklich unflexibel geworden bin  :D Wobei vielleicht auch andere Systeme durchaus spielbar für mich wären. FATE z.B. habe ich och nie angetestet und kann weder über die Regeln noch über die möglichen Systeme etws sagen. Was die Möglichkeiten des Systems für SR angeht so kann ich sagen das schon vor 15 Jahren die Frage ufkam ob wir us weiter an (damals) SR3 das neue sich am horizont ankündigende SR4 oder an D20 oder D6 orientieren wollen. Zum Glück kam nie jemand auf die Idee die DSA 3 Regeln verwenden zu wollen  :D
Das war ja auch nur ein Beispiel.

Ich finde es heute generell schwieriger als früher, sich mit der Spielgruppe auf ein System/Setting zu einigen.
Ich würde sagen, ich bin z.B. jemand, der an vielen recht unterschiedlichen Spielwelten interessiert ist. Das verwendete Regelsystem sollte wenn möglich bitte möglichst kompakt und flexibel sein, da mir die Zeit und der Nerv für gigantische Regelungetüme fehlt, was viele Mainstream Sachen ausschließt.
Und trotzdem scheint mein Geschmack schon zu speziell zu sein.


PS: Schreibst du hier zufällig mit Handy oder Tablet? Deine Postings sind kürzlich etwas anstrengender zu lesen, als sonst.  ;)
Corn, das sind alles Systeme (wo nicht CoC bei steht).

Wobei oft auf anderen Systemen aufgesprungen wird. So ist "Chtonian Stars" zum Beispiel auf dem Traveller-System basierend, "The Void" teilt meines Wissens nach das System mit CthulhuTech (bin ich mir aber nicht sicher), und Realms of Cthulhu bezutzt das Savage Worlds-System.

Insgesamt habe ich also eine einzige Dopplung viellleicht übersehen (die genannten CT und TV), alles Andere sind separate Systeme.

Nicht zu vergessen natürlich die D&D-Convertierungsregeln bei Delta Green oder Realms of Cthulhu.


Settings könnte ich Dir noch wesentlich mehr nennen:
- neben Now, 1920 und 1890 gibt es da noch Mittelalter und das Alte Rom als ganz reguläres Setting, sowie Quellenbände zu nahezu allem und jedem (Epoche, Land, etc.).
@Com: Ich versuche es in zukunft wieder besser zu strukturieren ;) Ich schreibe maximal vom Sofa aus auf dem TV. Habe kein Tablet und mit dem Handy dauert es mir zu lange was zu tippen
@Corn: alles gut. Ich hatte mich nur über die vielen Buchstabendreher u.Ä. gewundert, was oft symptomatisch für Handyschreiber zu sein scheint.

Hier übrigens mal der Link zur aktuellsten deutschen FATE Variante (gratis), falls du mal nen Blick riskieren möchtest:
http://www.faterpg.de/2015/05/turbo-fate-fate-core-stehen-zum-download-bereit/
Ich finde es heute generell schwieriger als früher, sich mit der Spielgruppe auf ein System/Setting zu einigen.

der meinung bin ich auch... ich find es ziemlich schade. anfangs hab ich nur shadowrun gespielt und es war nie ein großes
problem die spielrunde voll zu kriegen. zwischenzeitlich hab ich engel angefangen. das war auch noch ok.. zwei systeme sind
ja noch sehr übersichtlich.
sicherlich ist es gut neues auszuprobieren aber wenn dann eine feste runde besteht und immer wieder diskussionen anfangen
auf welchs system man sich an dem tag festlegt ist es meiner meinung nach nur noch anstrengend und das sowohl für den
spielleiter als auch den spieler. man bereitet sich auf ein setting vor und dann wird was ganz anderes gespielt.
die persönlichen vorlieben gehen gruppenintern ja auch gerne mal auseinander.
jetzt nach vielen jahren der abstinenz hat sich endlich wieder ein grüppchen zusammengefunden und es wird shadowrun 5
gespielt und es macht wieder spaß wie früher :)

ich find es allgemein schwieriger gruppen für EIN system zu finden bei der großen auswahl.
Mh, gute Frage.
Bei uns ist es so, dass wir jetzt schon seit guten drei Jahren mehr oder weniger regelmäßig zusammen SR spielen. Irgendwann hatten wir keine lust mehr auf SR und haben eine Kampagne DSA eingeschoben. Das war toll und danach hatten wir alle wieder Lust auf SR.

Also ich glaube, wenn man sich erstmal auf ein System geeinigt hat, ist alles gut. Für mich ist jetzt schon eher das Problem, dass es einfach SO VIEL gibt, dass ich gar keine Lust mehr habe, etwas neues auszuprobieren. Also genauso ein Mechanismus wie "ich habe so viel zu tun, dass ich erstmal ein schläfchen mache". Kann sein, dass mir da auch einfach die Neugier fehlt, aber ja, ich habe einfach keine Lust irgendetwas anderes zu spielen.

ABER: Meiner Meinung nach gibt es halt wie eigentlich überall die Großen, sozusagen die Stars. Die kennt soweit auch jeder und man wird auch immer wen finden, der Lust drauf hat die mit zu machen. Und daneben gibt es halt die kleineren Produkte. Bei RPG sind die Stars halt SR, DSA, D&D und was weiß ich noch. Aber die kennt soweit jeder, hat jeder schon mal gespielt. Wie man jetzt dazu steht, ist eine andere Sache. Aber daneben gibt es halt noch tausend andere Systeme. Da ist jetzt das persönliche Interesse gefragt, wie tief man da eintauchen möchte. Allerdings denke ich, dass dann auch immer mehr das Problem auftauchen wird, Mitspieler zu finden.
Ich finds interessant, dass Systeme so polarisieren.
Zwar kann ich es irgendwo nachvollziehen, und es ist keinesfalls von mir abwertend gemeint...
...mir aber sind konkrete Systeme weniger wichtig als Genres und die Mitspieler.

Ein Beispiel:
Ich mag weder DSA noch D&D, und wirklich viel kann ich Midgard auch nicht abgewinnen. Dennoch habe ich in allen drei Systemen phantastische Runden gespielt, weil mir das System an sich egal war, und das Setting / die Story / die Leute mich so reizten, dass ich über regeltechnisches einfach hinwegsehen konnte.

Klar sind Regeln und die darauf aufbauenden Aspekte Charakterbau/-entwicklung und Taktik/Strategie anderen Spieler"typen" vielleicht wichtiger, was der Grund sein kann, warum es für mich nicht superschwer war, da über meinen Schatten zu springen (mir sind diese Aspekte oft zunächst einmal wurscht), aber liegt das daran, dass man als Spieler, dem das System wichtig ist, dieses erst lernen will? Oder gibt es da ein MUSS?

Als Nahezu-Immer-SL habe ich natürlich meine Haus-und-Hof-Systeme, je nach Genre (Warhammer/Gemini/Agone im Fantasy-Bereich, z.B.), und wenn ich leite, dann werde ich mich ganz bestimmt nicht in ein anderes System einlesen, weil meine Spieler auf das, was ich bevorzuge, keine Lust haben. Andererseits aber verlange ich von meinen Spielern im Gegenzug halt auch keinerlei Regelkenntnis - abgesehen von den ganz einfachen Würfelwurf-Situationen, die man ja bereits nach ein, zwei Sessions drauf hat.

Was ich dabei interessant finde, ist halt, dass ich ankündigen könnte "Hey, ich leite ein Fantasy-RPG, wer hat Lust" und die Abwägung nicht ist "hab ich Lust, mit Simon als SL ein Fantasy-RPG zu spielen?", sondern stattdessen "hab ich Lust, dieses System zu spielen?".

Naja, und dann habe ich eine ganze Menge One-shot-Indies, oder so sehe ich sie halt an. Da ist eben Neugier auf was Neues gefragt. Aber auch das ist wieder abhängig vom Spieler"typ", denke ich.


Schwerer, Leute für ein System zu finden, ist es (denke ich) nur dann, wenn das System der ausschlaggebend(st)e Grund ist. Und vielleicht sollte man genau deshalb diesen Ansatz überdenken. Das ist keine Mahnung, sondern vielleicht einfach nur ein Gedankenanstoß...
:)
Ich denke System und Setting sind nicht immer so leicht trennbar.

Klar, wenn einem die Regeln quasi völlig nebensächlich sind, dann kann man sicherlich jedes Setting mehr oder weniger gut mit jedem System bespielen.
Meiner Meinung nach können die Regeln aber durchaus einen wichtigen Aspekt der Spielwelt transportieren. Z.B. wie "gefährlich" die Spielwelt ist, oder wie mächtig die Charaktere im Vergleich zur Normalbevölkerung sind. Solche Aspekte lassen sich natürlich auch immer durch das Eingreifen des Spielleiters regulieren, aber ich denke nicht, dass das die Aufgabe des Spielleiterst ist bzw. sein sollte.

Rollenspiele sind mMn im weitesten Sinne auch nur Gesellschaftsspiele und haben daher nicht ohne Grund verbindliche Spielregeln. Als Spieler und auch als Spielleiter geben mir diese Regeln Rahmenbedingungen nach denen ich die Handlungen meiner Spielfiguren gestalten und damit das Spiel weiter vorantreiben kann. Wenn ich als Spieler nicht die Gewissheit habe, welche spieltechnischen Auswirkungen meine geplanten Handlungen haben (können), wie kann ich dann entscheiden, was ich tun will!?

Nicht jedes System eignet sich für jedes Setting/Genre oder Spielstil.
Ich glaube da muss ich dir auch ein stück weit wiedersprechen, lieber Simon. Ich sehe es auch so, dass ein System durchaus daran mitträgt, ob es mir spaß macht oder nicht. Auch wenn ich den besten SL und die tollsten Mitspieler der Welt habe, wird mir auf dauer ein reines Fantasy-RPG kein Spaß machen. Genauso wenig werde ich freude an einem RPG haben, das aus Abermillionen von Regeln besteht und man bei jedem Wurf erstmal nachschauen muss, wie ich das eigentlich noch mal mache, weil alles so kompliziert ist.

Ich brauche tatsächlich eine gute Welt, damit ich auch Dauerhaft Spaß habe. Und ich rede jetzt auch wirklich von einer langen Dauer und nicht einzelne Runden. Denn dann stimme ich dir vollkommen zu: Da liegt es hauptsächlich am SL und den Mitspielern ob es Spaß macht oder nicht.

Momentan ist für mich SR tatsächlich die Welt, die mich fesselt und auf die ich Lust habe. Dennoch gibt es bestimmt auch jede Menge, für mich unbekannte Systeme, die so eine Welt vielleicht sogar noch besser erschaffen haben und mich noch mehr faszinieren würden. Doch da kommt dann leider wieder meine Unlust ins Spiel, solche zu finden. Das ist aber vermutlich auch eine große Zeitfrage. Wir sind momentan happy, wenn wir es schaffen ein Mal im Monat SR zu spielen. Demnach bleibt nicht wirklich Zeit zu experimentieren.
Ich gebe euch beiden durchaus Recht darin, dass es so sein KANN.
Mein Ansatz oben war ja nicht als generalisierende Wahrheit gedacht, oder so, sondern einfach als eine Möglichkeit - wie ich es eben sehe, und wie es auch gehen kann.

Ich sehe RPGs halt anders, als Erzählspiele, in denen die Regeln die Rolle einer Krücke einnehmen, und der Story, der Atmosphäre und dem Spielspaß untergeordnet sind. Als Spielleiter halte ich mich in fast keinem RPG an Regeln, wenn sie mir nicht gefallen, ich beuge, breche und schummle, wie ich möchte. Das gilt für Cthulhu genauso wie für Fantasy-Systeme etc. Aber das tue ich, weil ich denke, dass meine Aufgabe eine andere ist. Entsprechend mache ich einen Riesenunterschied (Welten) zwischen dem Overlord von Descent und dem Spielleiter eines RPG.

Genauso müssen meine Spieler nicht wissen, wie genau alles in der Welt funktioniert, eben weil ich anders an die Sache herangehe. Kämpfe sind keine Statistik-Bereiche, in denen taktisch überlegt werden kann, wer wo ist, sondern "chaotisches Durcheinander mit Split-Second-Entscheidungen und möglichst coolen, cineastischen Elementen (wenn ichs hinkriege und das System es erlaubt)".

Um ehrlich zu sein, ich kenne bestimmt 50% der Regeln von Cthulhu nicht, und ich brauche nochmal 20% weniger.

Ich kann aber durchaus verstehen, dass man als Spieler ein System gerne kennen möchte. Bei mir entwickelt sich dieser Ansatz dann, wenn ich es bereits spiele, oder mich bereit erklärt habe, es zu spielen. Dann lese ich mich ein, dann schaue ich mir die Dinge an. Aber auch da sind mir die Regeln wesentlich weniger wichtig als der Hintergrund und die Möglichkeiten für meinen Charakter...

Möglicherweise ist halt mein Anspruch ans RPG ein vollkommen anderer als der der meisten Leute...

Schade wäre es aber, wenn eben sowas die Experimentierfreude aussen vor lässt. Sonst hätte man in meinem Freundeskreis nie die Vorzüge von einem Pulp-System wie Adventure! entdeckt, nie "Land of Og" gespielt.

Aber jedem das Seine.
Ich sehe es ja auch so, dass die Vielfalt es nicht einfach macht. Die Frage ist nur, wie man damit umgehen will.
:)

PS:
Ich bin gerade dabei, mein Cthulhu umzustellen.
Heißt: auf der Con werde ich das übliche leiten, nur wird bei vielen der Runden das System ein anderes sein (nicht das Standard-System von CoC).
Das hat ganz pragmatische Gründe. Genaueres kann ich aber erst sagen, wenn durch ist, welche Abenteuer ich leiten mag.

PPS:
Es gibt trotz oben genannter Aussagen ein System, bei dem ich mich nicht nur an die Regeln halte, sondern bei dem ich auch offen würfle und nicht schummle. Dieses System heißt Gemini und ist ein Dark Fantasy System.
Warum mache ich das?
Weil die Welt grausam, schmutzig und gemein ist.
Und das heißt, dass ein Charakter in einem Kampf am ersten Schlag sterben kann. Oder nicht mehr fähig ist, seinen Beruf auszuüben.
Wir hatten einen Einbrecher, der die Gefahr von Kämpfen falsch einschätzte. Ging in den Kampf, verlor sein Bein, verblutete fast, Karriere vorbei.
Ohne Ausbildung war er dazu verdammt, Bettler zu werden.
Und am Abenteuer konnte er auch nicht mehr teilnehmen.
Tja.
Grundsätzlich teile ich deine Einstellung, dass die Geschichte und der Spaß aller Beteiligten beim Rollenspiel das wichtigste sind. Coole und cineastische Aktionen sollten eher belohnt, als bestraft werden. Das die Regeln hierbei u.U. manchmal sogar im Weg sein können ist leider nur zu wahr.

Und hier kommt nun der Unterschied:
Natürlich kann man immer Teile der Regeln über Bord zu werfen, oder komplett frei auszulegen (was absolut legitim ist, wenn die Gruppe damit einverstanden ist).Aber statt ein System zu wählen, das mich einschränkt und die Einschränkung dann zu ignorieren, wähle ich ein System das mir (und den anderen Mitspielern) im Rahmen seiner Regeln diese Freiheiten und Möglichkeiten von Hause aus gibt, wie beispielsweise FATE.

Wichtig ist mMn nur, dass die Spieler vorher wissen, worauf sie sich einlassen und was sie erwartet.
Da gehe ich mit Dir vollkommen d'accord!

Tatsächlich benutze ich die Systeme, die ich benutze, nur, weil mir etwas an ihnen gut gefällt, und weil ich meist keine Zeit/Lust hatte, mich mit anderen Systemen auseinanderzusetzen. Als SL bin ich da, was große Systeme angeht, schon etwas faul (siehe unten).
- Bei CoC gefällt mir die Einfachheit des Systems und das Handling geistiger Stabilität
- Bei Warhammer FRPG gefällt mir das Berufssystem und die Einfachheit des Systems
etc.

Ich hab einfach irgendwann mal entschieden, dass ich mich nicht mit weiteren Systemen auseinandersetzen will, wenn die, die ich bereits kenne, quasi dasselbe (für mich) liefern. Das war mir bzw. ist mir den zeitlichen Aufwand nicht wert. Daher habe ich halt für das Meiste so meine Haus- und Hofsysteme - Horror, Western, Piraten bzw. Mantel&Degen, Postapokalypse, Fantasy, Cyberpunk, etc.
Um mich zu reizen, muss ein RPG daher entweder so massiv im System abweichen, dass es wieder interessant wird, oder dasselbe in bezug auf Genre tun. Und da kommen halt die ganzen Indies mit rein.

Allerdings bin ich bei Mythos-orientierten Systemen breitbasiger interessiert (wen wundert's?), und zudem habe ich noch ein System auf dem Schirm, mit dem ich mich bald etwas mehr auseinandersetzen will - FATE. Denn das verspricht mir doch einiges an Interessantem mitzubringen. Welche anderen Systeme es dann jedoch ersetzen wird, das muss sich erst zeigen. Insbesondere, da ich keine Toolbox-Systeme mag, die man auf "alles mögliche" zuschneiden kann...
:)

Und absolut - man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Das gilt sowohl für das RPG (wenn es dem SPieler wichtig ist) als auch für den SL und in geringerem Maße für die Mitspieler...
Witzig, ich sehe gerade in (gut gemachten, also flexiblen) Universalsystemen oder Toolbox Systemen eine mögliche Lösung für das (also zumindest mein) Problem mit der riesen Systemauswahl heute.

Ich mag sehr viele verschiedene Genres, von (Urban)Fantasy über Pulp, Horror, Sci-Fi (in verschiedenen Facetten), Cyberpunk, Western, Wuxia, Cartoons, bis zu Superhelden und totalen blödelsettings wie bsp. Paranoia ist alles dabei.
Ich mag aber nicht für jedes ein eigenes Regelsystem lesen und auswendig lernen. Das wäre auf dauer auch viel zu teuer und dafür fehlt mir auch schlicht die Zeit.

Meine Lösung sieht da aktuell so aus, dass ich je nach Fokus des Settings 2 recht verschiedene Universal-toolbox-Systeme nutze.
Savage Worlds für eher klassische Settings oder solche mit einem starken taktischen Fokus.
Und
FATE für cineastische Settings und solche mit einem storyzentrierten Fokus oder Settings bei denen es mir schlicht sehr wichtig ist, den Spielern viel Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen.

Mir ist klar, dass damit u.U. etwas Flair des Originalsystems verloren gehen kann, ABER zum einen bieten beide Systeme viele Anpassungsmöglichkeiten durch regelseitige Stellschrauben um möglichst dicht ans Original (oder das was wichtig daran ist) ran zu kommen. Zum anderen ist das ein Preis, den ich gerne bereit bin zu zahlen, für die Flexibilität (jedes Setting bespielen zu können) und die Tatsache dafür nicht dröflzig Systeme mit Tausenden Seiten Regelwerken besitzen und lesen zu müssen.
Sehe ich vollkommen ein.

Da haben wir einfach einen vollkommen anderen Geschmack! Und das ist ja alles andere als schlimm.

Ich glaube, daher kommt von mir eben auch der Ansatz, dass meine Spieler das System nicht kennen müssen (es sei denn, natürlich, sie wollen es). Ich kann ja
schließlich nicht verlangen, dass sie jedes System lesen/lernen/beherrschen.

Ich weiß nicht, für mich ist diese Kombination aus System und Welt superwichtig. Vielleicht, weil ich damit auch "Welt" auf System einschränke.
Genau kann ichs Dir aber nicht sagen.

Aber ich kaufe schon lange nicht mehr viel im RPG-Bereich. Indies besorge ich mir so alle zwei, drei Jahre mal in größerem Schwung als PDFs (was mir meist langt), als Bücher meist Cthulhu-Krempel (verschiedener Systeme, aber auch da ausgewählt oder erst nach und nach), und sonst brauch ich nicht so superviel. Da ich eben doch oft nur dieselben drei, vier Systeme spiele.

Gerade bei den Indies ist das schade. Ich hab bestimmt an die 50 Systeme, wenn nicht gar mehr. Einige kaum mehr als ein kleines Regelkonstrukt zur Erzähl-Regulation, andere richtig komplex. Was mir allerdings fehlt, das sind die experimentierfreudigen Spieler. Aber das liegt wohl auch an mir, da ich bei Spielern wählerisch geworden bin.

Sorry, ich bin abgeschwiffen in meinem Versuch, auf alle die Punkte einzugehen.
Aber ich war ohnehin fertig, und alles weitere wäre wohl nur Wiederholung.
Dumon out...
:)
Ich finde die Sache mit dem einigen auf ein System interessant.

Wie konzeptioniert ihr denn eure Runden wenn ihr damit Probleme habt?

Also ich habe damit kein Problem weil ich mir schlicht Leute zum Sr zocken suche. Da ist ganz klar das man halt Sr zockt und nicht irgendwas anderes.
Ich kenne auch runden die unterschiedliche Systeme spielen. Die mMn beste Lösung ist dabei: Jemand sagt ich leite einige Abenteuer (kleine Kampange) in Welt xy. Hier sind die Bögen und wenn ihr wollt bauen wir auch die Chars zusammen. Dann leitet der Sl seine kampange. Dann ist der nächste SL mit dem nächsten System dran. So kann man einige Zeit in einem System verbringen und hat auch abwechslung wenn diese einem Wichtig ist.

Warum ich selbst nur Sr spiele liegt ein Stück weit an Faulheit und ein Stück weit daran, das ich schrecklich unflexibel geworden bin. Ich habe über ein Jahrzehnt gebraucht um die Regeln einigermaßen drauf zu kriegen und die Welt im großen und ganzen zu verstehen. Ich tue mich scher damit neue Regeln zu lernen und zu verstehen wenn ich Systeme nur lese. Und die Systeme die mir beim Spielen auf Cons gefallen sind meist eher one Shots geeignet (paranoia, INS, cuthulhu, etc)
Mir ist seit Jahren kein leicht spielbares und mit einem guten Entwicklungspotential ausgestattetes System begegnet und deswegen hatte ich auch nie den Wunsch mir ein neues System zuzulegen. Hinzu kommt das mich Fantasy als Spielwelt meist nur anödet und damit schonmal ein gros weg fällt.   
Corn, da bist Du wahrscheinlich sogar ein Spiegel der Norm im RPG-Hobby-Bereich. Es ist zwar nur Vermutung, aber ich vermute eben, dass der größere Prozentsatz der deutschen Rollenspieler noch immer die "großen" Systeme spielt, zu denen sich alleweil noch mal ein, zwei dazu gesellen, die aber dennoch polarisieren. dazu gehören DSA, D&D (oder Iterationen bzw. Derivate), SR und mehr fällt mir im noch nicht ganz wachen Zustand nicht ein.
SR ist aber mit eines der absoluten Mainstream-Core-RPGs, das sich jedoch vom Setting her massiv vom oft favorisierten Fantasy abhebt durch seine Cyberpunk-Welt.

Schwieriger wird es, wenn man zu anderen Systemen blickt.
Und ich glaube, die Schwierigkeiten haben insbesondere diejenigen, die eben jenseits der großen, bekannten Systeme fischen.
Wie gerne würde ich eine Gruppe finden, mit der man MEchanical Dream, Tribe8, Opus Anima oder sogar Wraith: The Oblivion für mehr als nur "mal ein Experiment" spielen könnte...

Aber Du hast Recht - das ist ein Blickwinkel, den wir noch gar nicht beleuchtet haben.

Frage: "Ist dieses Problem vielleicht vorwiegend bei Personen vorhanden, die Interesse daran haben, mehr als "nur die Standards" zu spielen (wie ich vermute)?"
auch wenn es auf cons kaum noch auftaucht nd damit vom Radar leicht verschwindet ich würde zu den "großen" auch die WoD zählen. Ich treffe immer wieder Leute die es als Hauptsystem spielen oder gespielt haben zu ihrer aktiven Zeit.

Wenn es so ist wie du vermutest Dumon dann ist die Zahl dieser Spieler auch ganz gut zu erklären. Rollenspieler sind ja von natur aus Leute die gerne gegen den Mainstream schwimmen. Das kann man sicherlich auch auf die Systemauswahl beziehen :) Das gute ist ja das ohne diese Leute wahrscheinlich keine anderen Systeme außer den Großen existieren würden.
[...]
Wie konzeptioniert ihr denn eure Runden wenn ihr damit Probleme habt?
[...]

Da ich mich hier angesprochen fühle:
Bei uns sieht es meistens so aus, dass Tenshi oder ich leite(t).
Auf Cons läuft es idR so, dass wir uns überlegen worauf wir Lust hätten (System & Setting) und das dann meist mit vorgefertigten Charakteren durchziehen.
Im Privaten ist uns das "mit wem" meist wichtiger als das "was". Da aber trotzdem einer von uns immer leiten "darf", wir aber trotzdem auf die Spielerwünsche eigenen möchten, um möglichst alle an den Tisch zu bekommen, stellen wir meist ein paar vorausgewählte Settings zur Auswahl. z.B. hier (http://forum.hamstercon.de/index.php?topic=512.msg5078#msg5078). Das Problem ist dann meist die Resonanz, bzw. dass jeder was anderes wählt.

Versuche ein Setting direkt vorzugeben (zuletzt mit Deadlands bzw. Pirates of the Spanish Main probiert) haben sich dann meist aus Zeitgründen, oder mangelndem Interesse leider wieder im Sand verlaufen (ich schätze u.A. auch, weil das Setting leider nicht ankam).

Mir is klar, wenn ich SR, DSA oder D&D/Pathfinder anbieten würde, hätte ich vermutlich gleich ne Menge engagierter Spieler, aber mir würde das Leiten dieser Systeme keinen Spaß machen.

Insofern denke ich, dass das
[...]
Frage: "Ist dieses Problem vielleicht vorwiegend bei Personen vorhanden, die Interesse daran haben, mehr als "nur die Standards" zu spielen (wie ich vermute)?"
den Nagel auf den Kopf trifft.
Zuviel Auswahl ist ein Problem für die Leute, die die große Auswahl gerne ausschöpfen möchten.
Ich nehme das mal als grundlegende Hypothese, und baue darauf weiter auf, primär basierend auf meinen Erfahrungen, und von da extrapoliert.
Achtung, es folgt Spekulatius:
:)

Person A hat zig Rollenspiele zuhause, die alle irgendwie unterschiedlich sind, und Person A hat einige davon, die sie mal gerne länger als nur für einen Oneshot spielen mag. Sagen wir, fünf Stück:
- Rollenspiel A: Space Pirate Interspecies Romantic Comedy RPG
- Rollenspiel B: Timetravelling Medieval Necromancer Knights RPG
- Rollenspiel C: Slapstick Vampires of Martian Stone Age RPG
- Rollenspiel D: Postapocalyptic Steampunk Bunny Explorers RPG
- Rollenspiel E: Underwater Anarchist Cowboy Detectives RPG

Jetzt hat Person A auch ne ganze Menge Leute, die er kennt, mit denen er gerne RPG spielen möchte. Die wissen aber nur sehr wenig von den RPGs, außer vielleicht ganz grob was zum Setting. Und Setting polarisiert - die einen mögen Western, die anderen nicht, die einen mögen SciFi, die anderen nicht. Einige wollen viel Action, andere nicht. Etc.
Nun obliegt es eben Person A, seinen Leuten ein RPG so schmackhaft zu machen, dass sie es unbedingt spielen wollen. Nur - Settings polarisieren, und bei manchen ist das einfacher, bei anderen schwerer oder gar gar nicht möglich. Dann kommen andere Faktoren wie Zeit und Möglichkeit dazu, und schon wird es problematisch.
Verknüpfen wir das dann noch mit dem guten Willen von Person A, mehrere Systeme zur Auswahl zu stellen (eben jene fünf), wirds noch schwieriger, da sich naturgemäß alle Personen zu einem Setting mehr hingezogen fühlen als zu einem anderen. Und da es alles Aufwand und Überzeugung bedarf, ist es kaum möglich, jemanden von SEINEM bevorzugten System abzubringen und zu überzeugen, doch ein anderes davon zu probieren. Größtmögliche Diversität bricht dann dem Unterfangen das Genick.
Oder verknüpfen wir es mit der Selektivität von Person A2.0, die zwar viele Spieler kennt, aber nur mit ganz bestimmten spielen möchte. Da scheitert es dann von vornherein schonmal daran, dass die Gesamtmenge zu überzeugender Personen so klein ist, dass das Ganze ein Hit-or-Miss sein kann (und öfter ein Miss als ein Hit sein wird). Eben aufgrund der unterschiedlichen Geschmäcker.
Etc. pp.

Ich denke, es obliegt dem Spielleiter, der "etwas anderes" spielen will, sich entweder experimentierfreudige Spieler gezielt zu suchen (und dann eben auf das "wir spielen nur mit denen, mit denen wir spielen möchten" zu verzichten) oder eben jenen ausgewählten Spielern das System so schmackhaft zu machen, dass sie es unbedingt spielen wollen.

Leider flieht natürlich auch die Zeit, und je weniger Zeit wir haben, umso weniger sind wir alle auch bereit, Zeit in das Lernen eines neuen Systems/Settings einzubringen. Ich meine, wenn sogar das Protokollführen nicht klappt (und in welcher Gruppe klappt das schon reibungslos?), wie sollte dann erst eine Hausaufgabe fertiggestellt werden...?

Je weniger Zeit Spieler haben (aufgrund des Monsters "Cth'Alltagh"), desto weniger sind sie bereit, in neue Systeme zu investieren. Wenn sie sich dann nicht hinsetzen und losspielen können, oder wenn die Idee des Systems sie nicht mit MEGAWOW aus den Latschen fegt, dann liegt nicht nur die gesamte Vorbereitungsarbeit, sondern eben auch die gesamte (und oft fruchtlose) Überzeugungsarbeit bei Person A.
Und der Einfachheit halber zieht man sich dann eben auf jenes System zurück, was man ohnehin schon kennt. Wenig Aufwand, keine Überzeugung notwendig, und los gehts. Huzzah, Massen-System!

De facto ist die Varianz im RPG ein Blender, wenn sie sich nicht in One-Shot-Varianz erschöpft. Klar werden auch andere Systeme probiert, aber dann entdeckt man ein oder zwei solche Systeme gemeinsam, und spielt sie eine Weile, oder auch länger. Kaum eine Gruppe wird jedoch alle halbe Jahr (mit zweiwöchentlichen Treffs) wieder ein ganz neues, umfangreiches und komplexes Setting/System lernen wollen.

Oder zumindest dann nicht mehr, wenn die Zeit knapper wird. Also nach der Schule oder ab Mitte Studium.
...eben bis auf die wenigen Individuen, die Wert auf Besonderes, Ungewöhnliches und Abwechslungsreiches legen, die dafür extra Zeit erübrigen.
Also uns.
:(

Edit:
Okay, das Benennen der Systeme hatte keinerlei Mehrwehrt im Rahmen der Argumentation, aber es war verdammt spaßig...
Die Alternative scheint mir dann aber eine recht klassische Sicht der Rollenverteilung innerhalb einer Rollenspielgruppe zu sein.
Der Spielleiter oder Meister als einzige Kontrollinstanz über das was gespielt wird, indem er Vorgaben macht, und den Spielern quasi nur die Wahl lässt mitzumachen, oder eben nicht. Klar bleibt einem dann nichts anderes übrig, als das Angebot massiv zu bewerben, um die Spieler zu überzeugen mitzumachen, falls sie nicht von alleine darauf anspringen.

Ich sehe eine Rollenspielrunde jedoch wie jede andere Spielrunde, bei der der Spielleiter grundsätzlich auch erstmal nur einer von mehreren Mitspielern ist. Dazu gehört dann aber eben auch eine demokratische Entscheidung darüber was, wann und unter welchen Bedingungen, gespielt werden soll. Gespielt wird dann das wofür sie als erstes genug (also 3-5) Spieler zusammen finden.
Da unterscheiden wir uns halt.
Ich gehe normalerweise, wenn ich eine Idee oder ein "Bedürfnis" habe, gezielt auf Mitspieler-Suche. Die Frage ist dann halt eben nicht "wollen wir zusammen irgendwas zocken", sondern "habt ihr Lust, mit mir dieses System oder jene Geschichte zu spielen"? Da ist, denke ich, auch nichts Verwerfliches dran, und es rangiert in etwa auf der gleichen Ebene, als wenn ich zu einem Spieleabend einlade, an dem ganz gezielt dieses oder jenes Spiel gespielt werden soll.
Immerhin zwinge ich ja niemanden, etwas zu spielen.

Klar kann man nun argumentieren, dass die Möglichkeiten, zu spielen, für Spieler begrenzt sind, und wenn man nur ganz gezielt etwas anbietet, man besagten Spielern eben eine Art "Friss-oder-Stirb"-Angebot unterbreitet. Da sehe ich die Verantwortung dann jedoch beim Spieler - wenn er was anderes möchte, kann er sich entweder selbst drum kümmern oder es selbst leiten. Und diesen Anspruch empfinde ich nicht als unangebracht oder unverschämt, denn immerhin liegt die Hauptarbeit des Leitens auf meiner eigenen Seite. Das passive Konsumverhalten des Nur-Spielers wird ganz natürlich durch das Angebot eingeschränkt...

Oder anders - kein Spieler hat ein angeborenes Anrecht darauf, genau dann genau mit den Leuten unter genau dem SPielleiter genau das spielen zu können, worauf er genau dann Bock hat, wenn es ihm nicht angeboten wird.
Wenn es in der Mensa keinen Hirschragout gibt, ist das auch nicht unverschämt. Immerhin kann der Hungernde sich dann ja auch selbst entweder ein Hirschragout-Angebot suchen oder sich selbst Hirschragout machen.
:)

Aber da kann man unterschiedlich rangehen, und ich denke, dass kein Ansatz besser oder schlechter ist...
Aber genau da liegt doch der Hund begraben:
Wenn ein Spielleiter ein System anbietet, dass niemand spielen will ist das genauso wenig zielführend, wie wenn jeder Spieler auf sein eigenes Lieblingssystem pocht.
Bei nur 3 verschiedenen Systemen (früher) war die Schnittmenge zwangsläufig größer, als heute bei unzähligen verschiedenen Systemen.
Ohne Kompromiss und Gruppenkonsenz geht es heute mMn kaum noch.
Das sehe ich eben etwas anders.
Allerdings nur etwas. Wenn ich ein System anbiete, das keiner spielen will, dann hab ich nix gewonnen, aber auch nichts verloren. Der Umkehrschluss aber, dass ich deshalb anbieten soll, woran die Mehrheit Spaß hat, das ist für mich (persönlich, nicht verallgemeinernd) der falsche Ansatz. Lieber warte ich mit meinem eigenen Interesse, bis sich jemand findet, oder gehe aktiv auf Missionierungs-Tour.

Und letztendlich regelt sich das dann von selbst - Angebot und Nachfrage eben. Wenn ich etwas anbiete, das keiner will, dann bleibe ich darauf sitzen. Nur, dass ich dadurch nichts verliere.

Vielleicht liegt es daran, dass wir unterschiedliche Philosophien bezüglich Rollenspielens haben.
Ich spiele zum Beispiel keine Rollenspiele, ich spiele Charaktere. Das klingt doof, aber lass mich erklären:
wenn eine Gruppe mit Freunden, die ich alle total mag, SR spielen will, ich aber keine Charakteridee bekomme, die mich total anmacht, dann...
...ja, dann spiele ich nicht...

Mir ist nicht daran gelegen, mit anderen einfach nur zusammen ETWAS zu spielen. Das ist mir zuwenig zielgerichtet, gibt mir nicht, was ich vom Rollenspiel will. Und wenn ich nicht das aus einem Rollenspiel mitnehmen kann, was mir wichtig ist, dann spiele ich nicht. Ganz ohne bösen Willen, oder ohne sauer zu sein.

Ein weiteres Beispiel:
BFF1, BFF2, BFF3 und ich sitzen mit SL zusammen, und beratschlagen, ob wir was zocken wollen. SL macht vier Vorschläge - Star Wars, SR, Deadlands und Arcane Codex. Schnell wird klar, dass der Konsens ist, dass alle entweder Star Wars oder Arcane Codex spielen wollen.
Nur ich nicht.
Aber anstatt dass ich jetzt die anderen dazu zwinge, eine mir genehmere Lösung zu finden, ziehe ich mich aus der Runde zurück und spiele nicht.

Das ist ein etwas unpassendes Beispiel, da ich ja nicht oder nur sehr sehr selten überhaupt spiele, sondern ganz bewusst (fast) nur spielleitere. Denn da kann ich entscheiden, was ich vorschlage.

Oder anders: ich bevorzuge Nicht-Spielen dem Spielen bei Thema mit mäßigem Interesse meinerseits. 
Das liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht leite, um mit tollen Freunden am Tisch ne bequeme und schöne Zeit zu haben, egal wie. Genauso, wie ich so nicht auf Brettspiele zugehe. Ich treffe mich zum Spielen und nebenher soziale Kontakte pflegen, und nicht zum soziale Kontakte pflegen und nebenher spielen...

Zudem denke ich, dass auch aus einem anderen Grund da der Hund nicht begraben liegt:
Das Problem, das Du beschreibst, habe ich aus o.g. Gründen nicht. Es ist für mich einfach kein supergroßes Problem, wenn ich keine Spieler für etwas finde. Oder das Problem ist weniger groß als das, mein Leiten auf andere anzupassen...

Ich leite die Geschichten, die ich möchte. Nicht die, die die Gruppe möchte. Deshalb bin ich Spielleiter. Weil ich gerne Geschichten erzähle, und zwar die, die in MEINEM Kopf sind, oder die MICH beschäftigen.
Entsprechend suche ich auch die Abenteuer für den Con aus.
Was z.B. der Support von Pegasus von mir will, ist für mich nur so lange relevant, wie ich im Rahmen des Supportes das machen kann, was ich will.
Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall - warum, darüber können wir in einem weniger öffentlichen Rahmen mal plaudern.
Als Konsequenz habe ich zwei Möglichkeiten - entweder ich ändere meine Auswahl, und tue, was der Support von mir verlangt. Oder ich supporte nicht.
Für mich ist es letztere Konsequenz.

Mein Ansatz ist deshalb keinesfalls der falsche, da ich die Konsequenzen kenne und damit umgehen kann.
Das ist ja auch alles schön und gut.
Hier im Thread war die Ausgangsfrage ja, ob zuviel Vielfalt dem Hobby möglicherweise schadet.

Wenn nun jeder Spieler 1-2 Lieblingssysteme hat und sich (wie von dir beschrieben) bei allem anderen (sinngemäß) denkt "ich spiele nur, was ich spielen will und wenn die anderen was anderes spielen wollen, sollen sie das ruhig tun, nur halt eben ohne mich" (was ja auch absolut ok ist), dann ist die Konsequenz daraus (also das jeder sich auf seine 1-2 Lieblingssysteme versteift) aber nunmal, dass die Wahrscheinlichkeit eine Gruppe zusammen zu führen mit steigender Anzahl von alternativsystemen (und Geschmäckern) negativ korrelliert.

Mit anderen Worten, mehr Auswahl erschwert es, sich auf ein System zu einigen. Also ist die Frage des Threads aus deiner Sicht wohl mit "ja" zu beantworten.
Hmm.
So gesehen hast Du natürlich Recht. Und tatsächlich würde ich die Frage mit einem "Ja, aber" beantworten. Wie bereits weiter oben angesprochen, scheint dies primär auf Personen/Spieler/Spielleiter zuzutreffen, die generell breitbasig und and Abwechslung interessiert sind, und das eben über die initialen Sturm-und-Drang-/Selbstfindungs-Phasen hinaus. Eben so, wie Du und ich, und wie einige der Spieler, die wir kennen.

Das kommt eben das "aber" hinein. Denn ich glaube, dass das Gros der Rollenspieler dieses Problem nicht hat, da es sich eben auf die zentralen Angebote konzentriert. Käsebrötchen gibt es immer, und nach Bagna Cauda fragen halt nur die, die über den Tellerrand hinausblicken wollen.

Andererseits gibt es meiner Meinung nach aber auch noch ein anderes "aber", und das ist der Faktor der so genannten "Meinungsführer", also solcher Individuen, die für eine Fokusgruppe als Gateway für Information dienen. Sie sind die informiertesten, breitbasig interessiertesten, und selektieren Inhalte für die Fokusgruppen vor.
Leute wie Du und ich, die sich im Hobby sehr gut auskennen, und die einen Freundeskreis haben, der etwas auf ihre Meinung gibt, KÖNNEN für bestimmte Personen zu solchen Meinungsführern werden. Ist natürlich kein bewusstes Ding, das Ganze.
Was ich damit sagen will, ist, dass ein Meinungsführer es manchmal leichter hat, andere für doch eher abseitige Dinge zu begeistern - aus welchen Gründen auch immer. Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht und daher nicht hundertprozentig passend, aber ich denke, dass es durchaus für Dauerspielleiter mit großem Hobby-Wissen gelten kann.

Also, von meiner Warte aus "Ja, aber".
Andererseits, wenn alle (anderen) es so angehen wie Du, wird dieses Problem tatsächlich minimiert. Das gebe ich zu.
Ich bin aber in diesem Fall, wo es um meine Freizeitgestaltung geht, tatsächlich lieber Teil des Problems, als kompromissbereit zur Lösung beizutragen...
:)
...ausgelagert, da es sonst evtl. untergeht (weil Edit):

Das liegt vielleicht an der Bewertung meiner Freizeit. Die wenige Freizeit, die ich habe, möchte ich mit Dingen gestalten, die ich voll und ganz genießen und auf die ich mich voll und ganz einlassen kann. Ist dies nicht der Fall, dann sind sie für mich viel schneller Zeitverschwendung als irgend etwas anderes. Und meine Freizeit ist mir eines der höchsten Güter, das will ich nicht verschwenden, an nichts und niemanden.
Manchmal geht das nicht. Und in manchen Dingen nehme ich einen Kompromiss in Kauf, um mir andere Vorteile zu verschaffen. Aber eben nur dann, wenn die Vorteile die Nachteile des Kompromisses aufwiegen. Da, wo das nicht der Fall ist, und wo ich es vor allem ganz bewusst steuern kann, da werden von mir eben Kompromisse abgelehnt...
:)

Hier ist aber genau der Ansatzpunkt, an dem ich glaube, dass wir uns vollkommen gleichen. Die Kompromisse, die Du einzugehen bereit bist (eben, indem Du einen Konsens bevorzugst, um spielen zu können), geben Dir einen Mehrwert, einen Vorteil, gegenüber der Situation, die Dir diesen Mehrwert nicht verschafft - eben NICHT zu spielen. Wäre das nicht der Fall, würdest Du es mit Sicherheit nicht tun, denn auch Dir ist Deine Freizeit garantiert viel mehr wert, als sie mit etwas zu verbringen, dass Dir mäßig oder keinen Spaß bereitet (wenn nicht ein anderer, aufwiegender Vorteil winkt, eben).

Es ist, wie immer, eine Frage, was es einem selbst wert ist.
Und für mich ist eine Hobby-Iteration, bei der alle mittelmäßig Spaß haben können, wenn wir alle Kompromisse eingehen, die Zeit nicht wert.
Also beuge ich das Hobby, und suche mir Mitstreiter, die an ähnlichem interessiert sind. Oder nutze meine Zeit anderweitig.


Edit:
Oder anders - die große Auswahl KANN ein Problem für das Hobby sein, es kommt einfach darauf an, ob die Auswahl den Hobbytreibenden betrifft, was dieser dann daraus macht, und wie er sein Hobby betrachtet bzw. was er von dem Hobby will. Daher ist diese Frage mEn nicht generalisierend, sondern nur individuell, zu beantworten...
Du gehst scheinbar davon aus, dass das vielseitige Settingangebot (z.B. im von mir weiter oben verlinkten Spielrundenthread) ein Kompromis meinerseits ist, um überhaupt spielen zu können. Also quasi als breit angelegtes Angebot, um es potenziellen Spielern recht zu machen.
An dem Punkt irrst du insofern, dass das für mich kein so großes Opfer ist, wie du vielleicht denkst.

Und zwar weil:
Ich bin settingtechnisch eben vielseitig interessiert, und kann mir zu jedem davon eine Runde vorstellen, wenn die Mitspieler mitziehen, sonst würde ich wohl kaum soviele verschiedene Settings anbieten.
Aber eben weil mir meine Freizeit sehr wichtig ist (wie du richtig erkannt hast) und ich diese nicht verschwenden will, mache ich mir über die konkrete Ausgestaltung einer Spielrunde eben erst Gedanken, wenn sie sich zusammengefunden hat. Auf diese Art kann ich dann auch die Geschmäcker und Wünsche meiner Mitspieler berücksichtigen (Player Empowerment ist mir nunmal sehr wichtig) und sie mit einbeziehen, ohne mich verbiegen zu müssen.

Als Zeitverschwendung würde ich es hingegen ansehen, viel Zeit und Mühe in die Planung für eine Runde meines aktuellen Lieblingssetings zu investieren, die dann mangels Spieler nie zustande kommt.
Sehe ich total ein.
Und viel Zeit investieren tue ich meist auch erst, wenn die Runde zustande kommt.
Zudem bin auch ich an vielen Settings und Systemen interessiert. Allerdings machen diese eher phasenverschobene Sinusbewegungen. Heißt, irgend etwas ist gerade mehr interessant für mich, und auf irgend etwas hab ich keinen Bock.

Gerade hat ein Artikel z.B. wieder mein Interesse an Tribe8 geweckt. Das wird dazu führen, dass ich mir das in den nächsten Wochen mal wieder ausführlicher zu Gemüte führen werde, und dann wahrscheinlich Lust darauf bekomme, das zu leiten. Oderoderoder. Ebb and Flow, sozusagen.

Und dass es für Dich ein Opfer ist, so viel anzubieten, das dachte ich nicht. Wir sind in unserer Wertschöpfung verschiedener Aspekte einfach grundlegend verschieden. Und auch in der Intention hinter dem RPG-Spielleitern. Player-Empowerment ist ein gutes Stichwort. Bei mir hängt das vom Setting ab, generell lass ich meinen Spielern aber auch einige Freiheiten, und wenn es das System zulässt, können sie auch bis zu einem gewissen Grad Welt, Setting und Szene mitgestalten.
Der Plot aber, der steht (in meinem Kopf, wenigstens). Sandboxing mit nach und nach (durch Spontaneinfälle, Ideen der Spieler etc.) entstehender Story mache ich eher selten - auch da kommt es mir wieder aufs RPG an.

Zumeist, wenn ich leite, könnte man es so ausdrücken:
Ich will eine ganz bestimmte Geschichte erzählen, und biete den Spielern die Möglichkeit, die Protagonisten in dieser Geschichte darzustellen. Dabei haben sie natürlich die üblichen Freiheiten, und formen durch Entscheidungen und Aktionen die Entwicklung der Geschichte mit. Dennoch liegt der Fokus meiner "Arbeit" aber auf der Geschichte. Das ist für mich mein Spaß am Spielleiten.
Allerdings bin ich als Spielleiter viel mehr Zuhörer und recht sanfter "Leiter" der Gruppe, lasse die SPieler machen, gerne und viel ausspielen, und generell ist das ihre Show. Das zumindest ist meine Intention, und man hat mir im Feedback auch mal gesagt, dass das gut klappt...

Klar bin ich enttäuscht, wenn ich Geschichten dann nicht erzählen kann, weil es an irgendetwas scheitert. Aber mir ist es lieber, diese Geschichte schon im Kopf zu haben, die mich total enthusiastisch stimmt, und mit der ich brennend und feuerspuckend von dem so tollen RPG erzählen kann, als dass ich mir das erst zusammenbauen müsste, wenn ich weiß, was ich leite.

Man könnte uns vielleicht so differenzieren:
- Ich hab eine Story im Kopf, die ein System bedingt, und suche mir Leute dazu
- Du suchst Dir erst die Story, wenn Du mit deinen Leuten das System festgelegt hast

Passt das?
Man könnte uns vielleicht so differenzieren:
- Ich hab eine Story im Kopf, die ein System bedingt, und suche mir Leute dazu
- Du suchst Dir erst die Story, wenn Du mit deinen Leuten das System festgelegt hast

Passt das?

Ich würde eher sagen, ich habe viele verschiedene Storys im Sinn und wähle davon einfach die aus, die die Gruppe am liebsten spielen will.


Aber ich denke wir entfernen uns langsam viel zu weit vom eigentlichen Thema.
Hier geht es ja nicht um uns, sondern darum wie sich die große Auswahl an Systemen/Settings auf das Hobby Rollenspiel auswirkt und wie man damit umgehen kann/soll/muss.


Also Back to Topic!

Ein Punkt, der inzwischen etwas untergegangen ist, ist zum Beispiel, was die große Auswahl für Hobbyeinsteiger bedeutet.

Leute die über ihre Freunde zum Rollenspiel kommen (und das dürfte wohl die deutliche Mehrheit sein), spielen halt was die Freunde spielen, bis sie weit genug in der Materie drin sind, um sich evtl. nach alternativen Systemen umzuschauen.

In letzter Zeit häuft sich jedoch (subjektiv gefühlt) die Berichterstattung über Rollenspiele und Rollenspielevents. Zudem haben Filme wie Der Herr der Ringe vor ein paar Jahren einen Fantasyboom ausgelöst. Dank The Big Bang Theory ist Nerd sein so inn, wie noch nie.
Das alles könnte dazu führen, dass jemand ohne Vorkenntnisse und entsprechenden GamerFreundeskreis neugierig auf das Hobby wird. In dem Fall könnte ich mir vorstellen, dass die große Auswahl möglicherweise überfordert und vielleicht sogar abschreckt. Vor Allem wenn das 1. System, dass gewählt wurde als Einsteigersystem völlig ungeeignet ist.
Also ist das Problem nicht etwa, dass es so viele Systeme gibt, sondern dass ihr schon vorher wisst mit WEM ihr spielen wollt, aber euch nicht auf das WAS einigen könnt  ;)
Also ist das Problem nicht etwa, dass es so viele Systeme gibt, sondern dass ihr schon vorher wisst mit WEM ihr spielen wollt, aber euch nicht auf das WAS einigen könnt  ;)
... weil es soviele Systeme gibt und jeder am liebsten was anderes spielen würde. ;)
Tisch #:
Mitspieler: