Autor Thema: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden  (Gelesen 15682 mal)

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Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« am: 27.Mai.2015, 15:27:13 »
[edit ComStar]
Ausgehend von dieser Frage:

Werden Rollenspiele überhaupt noch im Rollenspielladen gekauft, oder ist die traurige Realität, dass fast nurnoch online gekauft wird und somit Foren und Blogs die neuen Werbeträger sind und das Verkaufsgespräch / die Beratung im Einzelhandel ersetzen?
(aus diesem Thread) ergab sich ein spannender Diskussionsansatz, der einen eigenen Thread verdient, weshalb ich das Ganze mal hierher verschoben habe.
[/edit]




die wahrheit ist das es noch rpg läden gibt und ich auch von einigen aktiven forenusern höre das sie dort einkaufääen. die traurige realität ist allerdings zweierlei: zum einen gibt es immer weniger dieser läden zum zweiten überleben sie nicht durch uns Rollenspieler sondern durch den verkauf von Sammelkarten, Brettspielen und dergleichen. vor sehr langer zeit habe ich ein praktikum in einem laden in Frankfurt gemacht den es leider schon lange nicht mehr gibt. Der Chef des Ladens erklärte es mal so: Teure Artikel zahlen die Miete, die kleinstartikel machen den Gewinn. Das läge an den Prozentualen Abzügen aller verkäufe für die laufenen Kosten. Außerdem machte man schon damals mit Rollenspielen kein Geld. Rollenspieler stanen stundenlang im Laden und diskutierten Nerdkram und wenn m
man als Chef glück hatte kauften sie einmal alle paar Monate eines dieser für Schüler sehr teuren Bücher. Die Schüler die aber Yugi-Oh karten und dergleichen kauften kamen fast täglich und kauften immer irgendwas und wenn es nur ein pack war. Diese Kids waren aber jünger und lauter und spielten auch im Laden, was den besitzern nur recht war denn Tuniere bedeuten Kunden. Deswegen gingen uch immer weniger der Rollenspieler in die Läden und einige Läden veränderten sich soweit das sie Bücher irgendwann aus dem Programm namen, denn Ladenhüter kosten nur geld. Wer an dieser Geschäftsidee festhielt und den Rollenspielern ihre Ruhe und ihren Freiraum gab, der überlebte schlicht nicht und ging irgendwann ein. Die traurige Wahrheit ist das wir selbst einige dieser Läden auf dem Gewissen haben.
« Letzte Änderung: 28.Mai.2015, 19:04:07 von ComStar »
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #1 am: 27.Mai.2015, 16:07:05 »
Das ist Quatsch, Corn.
Die traurige Wahrheit ist, dass Rollenspiele sich, im Gegensatz zu anderen Büchern, nicht dazu eignen, einen Laden am Laufen zu halten. Das liegt am Produkt - schließlich braucht man nur genau ein Buch (das Grundregelwerk), und selbst das braucht nur ein Spieler. Ja, es gibt ne Menge Sammler, aber dafür werfen diese Produkte nicht genug Gewinn ab und akkumulieren viel zu viele Lagerhaltungskosten.

Ich kaufe schon seit Jahren keine Rollenspiele mehr in einem Ladengeschäft, ganz einfach, weil es sich nicht lohnt. Das Ladengeschäft stellt sich aufgrund der oben genannten Problematik nur Dinge hin, die eine große Verkaufschance haben, und liegt selbst damit zum Teil daneben. Die Produkte, die ich aber will (sehen wir von CoC mal ab), würde sich kein Laden hinstellen. Da ich aber, wenn ich in einen Laden gehe, gerne dort in die Produkte schauen will, um das zu kaufen, was mich interessiert, finde ich eben diese Sparte an Produkten nicht. Klar könnte ich sie jetzt in den Laden bestellen, um sie dort zu kaufen, aber auch das empfinde ich als Unsinn.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #2 am: 27.Mai.2015, 19:05:18 »
Das ist Quatsch, Corn.
Die traurige Wahrheit ist, dass Rollenspiele sich, im Gegensatz zu anderen Büchern, nicht dazu eignen, einen Laden am Laufen zu halten. [...]

Zum einen gibt es immer weniger dieser läden
zum zweiten überleben sie nicht durch uns Rollenspieler [...]
 Außerdem machte man schon damals mit Rollenspielen kein Geld. [...]

Ich glaube ihr 2 seid euch im Grunde einig.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #3 am: 28.Mai.2015, 07:32:51 »
Mit "das ist Quatsch" meinte ich diesen Satz.
Zitat
Die traurige Wahrheit ist das wir selbst einige dieser Läden auf dem Gewissen haben.
Allerdings hatte ich mich da sehr, sehr unklar ausgedrückt...
:)
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Offline Corn

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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #4 am: 28.Mai.2015, 17:35:46 »
Gegenthese lieber Dumon:

Du kaufst deine Bücher nicht in Läden weil es keine mehr gibt in denen du die Bücher ohne zu bestellen bekommen würdest. Der grund dafür ist zum einen das Produkt zum anderen das Kaufverhalten. Wir können natürlich gern noch weitere Gründe sammeln warum nur in Gegenden in denen amazon bescheiden liefert sich noch RPG Läden halten (mal abgesehen von den Regionen in denen es genügend Kunden für wenig Läden gibt)
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #5 am: 28.Mai.2015, 17:52:52 »
Wollt ihr ein extra Thema dazu ?  :D
Keinen Plan von nix, aber interessiert ;)

MEISTER des EDIT-Button
(alles außer Korrekturen an Rechtschreibung und Satzbau wird von mir hervorgehoben)

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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #6 am: 28.Mai.2015, 19:21:02 »
Ich hatte Dumons These (weshalb er nicht im Rollenspielladen kauft) so verstanden, dass die Bücher, die er kaufen würde dort idR nicht zu bekommen sind. Und genau an dem Punkt muss ich ihm mal zustimmen und nochmal auf den Nachbarthread zur Auswirkung der heutigen Systemvielfalt verweisen.

Das Problem ist doch nunmal, dass es so unfassbar viele Bücher gibt, dass sie sich ein Laden unmöglich alle hinlegen kann. Und selbst wenn er es könnte, würden viele dort verstauben. Man kan unmöglich alle Geschmäcker bedienen und so finden sich meist doch nur die großen Standardsysteme im Sortiment, weil es hierfür noch die meisten Käufer gibt.
Suchst du mal etwas ausgefalleneres, wird es schwer. Nenn mir mal einen Laden der das Dresden Files RPG, Kerberos Club, Spirit of the Centurys, Airship Pirates, Ninja Burgers, o.Ä. (ich könnte die Liste noch ne Weile weiterführen) im Sortiment hat.
Für die meisten der o.g. Systeme kenn ich in Deutschland sogar nur einen einzigen Onlineshop, und ich finde das spricht Bände.

Mit anderen Worten, "Suport your lokal dealer!"?
Ja gerne. Mit Allem, was er eben anbietet, aber was er nicht anbietet bzw. evtl. auch nicht anbieten kann, kann ich leider auch nicht bei ihm kaufen.


Was die Amazonsache angeht:
Ich kenne RPG Läden in Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Mannheim. Ich denke diese Städte sind inzwischen auch bereits ans Postkutschennetz angeschlossen und somit für Amazon gut erreichbar. Die Frage ob ein Laden überlebenschancen hat oder nicht ist denke ich nicht so einfach zu beantworten, da gibts viele Faktoren, wie z.B. Ladenmiete, Lage, Einzugsgebiet, Konkurenz, Ladengröße, Persönlichkeit der Verkäufer, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, u.U. Parkmöglichkeiten, etc.
« Letzte Änderung: 28.Mai.2015, 19:29:43 von ComStar »
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #7 am: 28.Mai.2015, 22:24:40 »
Comstar, da stimme ich Dir vollkommen zu!

Und Corn, Deine These kann ich von meiner Warte aus nur verneinen. Denn RPG-Läden halten sich nicht der RPGs wegen. Mein Kaufverhalten hat auf den hiesigen RPG-Laden kaum einen Einfluss. KEIN RPG-Laden kann sich durch den Verkauf von RPGs auch nur irgendwie finanzieren.

Um das zu ändern, müssten wir Kunden dazu erziehen, reihenweise blind und wie bekloppt die Regale leerzukaufen - egal, ob sies brauchen oder was drinsteht.

Wer macht sowas?
Richtig, Sammelkartenspieler und Miniaturenspieler.
Okay, ich übertreibe gerade maßlos. Aber der Absatzmarkt ist und war noch nie das RPG. Wer das glaubt, verschließt die Augen vor der Realität. Und das galt sogar noch vor amazon und vor der großen Diversifikation.

Ob ein RPG-Laden sich ein Rollenspielbuch hinlegt, hängt ganz alleine davon ab, welche Chancen er sich davon verspricht, es zu verkaufen. Oder er ist optimistisch - und kauft sich doch ein paar Ladenhüter. Kein guter Geschäftssinn, der dazu führt. Aber seien wir mal ehrlich - ein Laden, der RPGs verkauft, das ist schon per se einer, in dem der Geschäftssinn nicht allzu groß geschrieben wird. Nicht, weil man nicht kann, sondern weil andre Sachen vielleicht wichtiger sind.

Nur - heute kann man so nicht mehr überleben, nicht mal ansatzweise.

Legt sich mein RPG-Laden also das hin, was mich interessiert?
Nein, tut er nicht. Damit ist er für mich aber leider obsolet, denn ich brauche kein externes Wohnzimmer und auch keine Stammkneipe ohne Getränke, in der ich während der Ladenöffnungszeiten nach Herzenslust auf Gleichgesinnte treffen kann, um mich nicht so einsam zu fühlen. Wenn ich nicht "browsen" kann, wenn ich nicht mich in Regale voll interessantem Zeugs versenken kann, was brauch ich dann den RPG-Laden? Und warum soll ich ihn am Leben erhalten?

Ich stelle mir gerade eine christliche Buchhandlung vor, in der nur Literatur mit entsprechender Ausprägung im Bestand steht.
Klar können die mir auch anderes bestellen (wenn es sich mit ihrer Maxime vereinbaren lässt), aber warum sollte ich diesen Laden besuchen? Er hat nichts, was mich interessiert. Und die Bücher, die ich will, krieg ich auch woanders...

Ich unterstütze meinen Rollenspielladen mit den Dingen, die ich dort genauso gut bekomme wie an anderer Stelle. Denn ein bisschen Nostalgie ist da schon vorhanden. Aber meine RPGs kaufe ich mittlerweile nur selten im Geschäft. Ganz einfach, weil ich sie primär als PDFs kaufe, oder mit Support-Punkten. Oder weil sie im Laden nur für horrende Preise zu erstehen wären.

Damit mag ich vielleicht nicht jedem sympathisch sein in meinem Kaufverhalten, aber das muss ich auch nicht.
Ehrlich gesagt gibt es für mich ganz andere Läden, die ich viel lieber unterstütze, die aber auch langsam sterben. So wie der Einzelhandel eben an sich langsam ausstirbt. Meine Rollenspielversorgung, die kann jedoch (wie ein Großteil meiner Spieleversorgung) auch aus dem Netz kommen.
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #8 am: 28.Mai.2015, 23:52:14 »
so oder so ähnliuch ist doch auch meine Argumentation die ganze Zeit ;)
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Re: Gegenwart und Zukunft der Rollenspielläden
« Antwort #9 am: 29.Mai.2015, 09:00:38 »
Ich glaub bis auf die These, dass wir Rollenspieler am möglichen Niedergang der Rollenspielläden selbst schuld sind, sind wir 3 uns zienlich einig.
« Letzte Änderung: 29.Mai.2015, 09:03:18 von ComStar »
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