Autor Thema: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?  (Gelesen 24171 mal)

Offline schluffel

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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #10 am: 04.Juni.2015, 13:12:49 »
Mh, gute Frage.
Bei uns ist es so, dass wir jetzt schon seit guten drei Jahren mehr oder weniger regelmäßig zusammen SR spielen. Irgendwann hatten wir keine lust mehr auf SR und haben eine Kampagne DSA eingeschoben. Das war toll und danach hatten wir alle wieder Lust auf SR.

Also ich glaube, wenn man sich erstmal auf ein System geeinigt hat, ist alles gut. Für mich ist jetzt schon eher das Problem, dass es einfach SO VIEL gibt, dass ich gar keine Lust mehr habe, etwas neues auszuprobieren. Also genauso ein Mechanismus wie "ich habe so viel zu tun, dass ich erstmal ein schläfchen mache". Kann sein, dass mir da auch einfach die Neugier fehlt, aber ja, ich habe einfach keine Lust irgendetwas anderes zu spielen.

ABER: Meiner Meinung nach gibt es halt wie eigentlich überall die Großen, sozusagen die Stars. Die kennt soweit auch jeder und man wird auch immer wen finden, der Lust drauf hat die mit zu machen. Und daneben gibt es halt die kleineren Produkte. Bei RPG sind die Stars halt SR, DSA, D&D und was weiß ich noch. Aber die kennt soweit jeder, hat jeder schon mal gespielt. Wie man jetzt dazu steht, ist eine andere Sache. Aber daneben gibt es halt noch tausend andere Systeme. Da ist jetzt das persönliche Interesse gefragt, wie tief man da eintauchen möchte. Allerdings denke ich, dass dann auch immer mehr das Problem auftauchen wird, Mitspieler zu finden.
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #11 am: 04.Juni.2015, 15:01:00 »
Ich finds interessant, dass Systeme so polarisieren.
Zwar kann ich es irgendwo nachvollziehen, und es ist keinesfalls von mir abwertend gemeint...
...mir aber sind konkrete Systeme weniger wichtig als Genres und die Mitspieler.

Ein Beispiel:
Ich mag weder DSA noch D&D, und wirklich viel kann ich Midgard auch nicht abgewinnen. Dennoch habe ich in allen drei Systemen phantastische Runden gespielt, weil mir das System an sich egal war, und das Setting / die Story / die Leute mich so reizten, dass ich über regeltechnisches einfach hinwegsehen konnte.

Klar sind Regeln und die darauf aufbauenden Aspekte Charakterbau/-entwicklung und Taktik/Strategie anderen Spieler"typen" vielleicht wichtiger, was der Grund sein kann, warum es für mich nicht superschwer war, da über meinen Schatten zu springen (mir sind diese Aspekte oft zunächst einmal wurscht), aber liegt das daran, dass man als Spieler, dem das System wichtig ist, dieses erst lernen will? Oder gibt es da ein MUSS?

Als Nahezu-Immer-SL habe ich natürlich meine Haus-und-Hof-Systeme, je nach Genre (Warhammer/Gemini/Agone im Fantasy-Bereich, z.B.), und wenn ich leite, dann werde ich mich ganz bestimmt nicht in ein anderes System einlesen, weil meine Spieler auf das, was ich bevorzuge, keine Lust haben. Andererseits aber verlange ich von meinen Spielern im Gegenzug halt auch keinerlei Regelkenntnis - abgesehen von den ganz einfachen Würfelwurf-Situationen, die man ja bereits nach ein, zwei Sessions drauf hat.

Was ich dabei interessant finde, ist halt, dass ich ankündigen könnte "Hey, ich leite ein Fantasy-RPG, wer hat Lust" und die Abwägung nicht ist "hab ich Lust, mit Simon als SL ein Fantasy-RPG zu spielen?", sondern stattdessen "hab ich Lust, dieses System zu spielen?".

Naja, und dann habe ich eine ganze Menge One-shot-Indies, oder so sehe ich sie halt an. Da ist eben Neugier auf was Neues gefragt. Aber auch das ist wieder abhängig vom Spieler"typ", denke ich.


Schwerer, Leute für ein System zu finden, ist es (denke ich) nur dann, wenn das System der ausschlaggebend(st)e Grund ist. Und vielleicht sollte man genau deshalb diesen Ansatz überdenken. Das ist keine Mahnung, sondern vielleicht einfach nur ein Gedankenanstoß...
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #12 am: 04.Juni.2015, 15:54:03 »
Ich denke System und Setting sind nicht immer so leicht trennbar.

Klar, wenn einem die Regeln quasi völlig nebensächlich sind, dann kann man sicherlich jedes Setting mehr oder weniger gut mit jedem System bespielen.
Meiner Meinung nach können die Regeln aber durchaus einen wichtigen Aspekt der Spielwelt transportieren. Z.B. wie "gefährlich" die Spielwelt ist, oder wie mächtig die Charaktere im Vergleich zur Normalbevölkerung sind. Solche Aspekte lassen sich natürlich auch immer durch das Eingreifen des Spielleiters regulieren, aber ich denke nicht, dass das die Aufgabe des Spielleiterst ist bzw. sein sollte.

Rollenspiele sind mMn im weitesten Sinne auch nur Gesellschaftsspiele und haben daher nicht ohne Grund verbindliche Spielregeln. Als Spieler und auch als Spielleiter geben mir diese Regeln Rahmenbedingungen nach denen ich die Handlungen meiner Spielfiguren gestalten und damit das Spiel weiter vorantreiben kann. Wenn ich als Spieler nicht die Gewissheit habe, welche spieltechnischen Auswirkungen meine geplanten Handlungen haben (können), wie kann ich dann entscheiden, was ich tun will!?

Nicht jedes System eignet sich für jedes Setting/Genre oder Spielstil.
« Letzte Änderung: 04.Juni.2015, 15:57:34 von ComStar »
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Offline schluffel

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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #13 am: 04.Juni.2015, 17:04:51 »
Ich glaube da muss ich dir auch ein stück weit wiedersprechen, lieber Simon. Ich sehe es auch so, dass ein System durchaus daran mitträgt, ob es mir spaß macht oder nicht. Auch wenn ich den besten SL und die tollsten Mitspieler der Welt habe, wird mir auf dauer ein reines Fantasy-RPG kein Spaß machen. Genauso wenig werde ich freude an einem RPG haben, das aus Abermillionen von Regeln besteht und man bei jedem Wurf erstmal nachschauen muss, wie ich das eigentlich noch mal mache, weil alles so kompliziert ist.

Ich brauche tatsächlich eine gute Welt, damit ich auch Dauerhaft Spaß habe. Und ich rede jetzt auch wirklich von einer langen Dauer und nicht einzelne Runden. Denn dann stimme ich dir vollkommen zu: Da liegt es hauptsächlich am SL und den Mitspielern ob es Spaß macht oder nicht.

Momentan ist für mich SR tatsächlich die Welt, die mich fesselt und auf die ich Lust habe. Dennoch gibt es bestimmt auch jede Menge, für mich unbekannte Systeme, die so eine Welt vielleicht sogar noch besser erschaffen haben und mich noch mehr faszinieren würden. Doch da kommt dann leider wieder meine Unlust ins Spiel, solche zu finden. Das ist aber vermutlich auch eine große Zeitfrage. Wir sind momentan happy, wenn wir es schaffen ein Mal im Monat SR zu spielen. Demnach bleibt nicht wirklich Zeit zu experimentieren.
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #14 am: 04.Juni.2015, 17:37:06 »
Ich gebe euch beiden durchaus Recht darin, dass es so sein KANN.
Mein Ansatz oben war ja nicht als generalisierende Wahrheit gedacht, oder so, sondern einfach als eine Möglichkeit - wie ich es eben sehe, und wie es auch gehen kann.

Ich sehe RPGs halt anders, als Erzählspiele, in denen die Regeln die Rolle einer Krücke einnehmen, und der Story, der Atmosphäre und dem Spielspaß untergeordnet sind. Als Spielleiter halte ich mich in fast keinem RPG an Regeln, wenn sie mir nicht gefallen, ich beuge, breche und schummle, wie ich möchte. Das gilt für Cthulhu genauso wie für Fantasy-Systeme etc. Aber das tue ich, weil ich denke, dass meine Aufgabe eine andere ist. Entsprechend mache ich einen Riesenunterschied (Welten) zwischen dem Overlord von Descent und dem Spielleiter eines RPG.

Genauso müssen meine Spieler nicht wissen, wie genau alles in der Welt funktioniert, eben weil ich anders an die Sache herangehe. Kämpfe sind keine Statistik-Bereiche, in denen taktisch überlegt werden kann, wer wo ist, sondern "chaotisches Durcheinander mit Split-Second-Entscheidungen und möglichst coolen, cineastischen Elementen (wenn ichs hinkriege und das System es erlaubt)".

Um ehrlich zu sein, ich kenne bestimmt 50% der Regeln von Cthulhu nicht, und ich brauche nochmal 20% weniger.

Ich kann aber durchaus verstehen, dass man als Spieler ein System gerne kennen möchte. Bei mir entwickelt sich dieser Ansatz dann, wenn ich es bereits spiele, oder mich bereit erklärt habe, es zu spielen. Dann lese ich mich ein, dann schaue ich mir die Dinge an. Aber auch da sind mir die Regeln wesentlich weniger wichtig als der Hintergrund und die Möglichkeiten für meinen Charakter...

Möglicherweise ist halt mein Anspruch ans RPG ein vollkommen anderer als der der meisten Leute...

Schade wäre es aber, wenn eben sowas die Experimentierfreude aussen vor lässt. Sonst hätte man in meinem Freundeskreis nie die Vorzüge von einem Pulp-System wie Adventure! entdeckt, nie "Land of Og" gespielt.

Aber jedem das Seine.
Ich sehe es ja auch so, dass die Vielfalt es nicht einfach macht. Die Frage ist nur, wie man damit umgehen will.
:)

PS:
Ich bin gerade dabei, mein Cthulhu umzustellen.
Heißt: auf der Con werde ich das übliche leiten, nur wird bei vielen der Runden das System ein anderes sein (nicht das Standard-System von CoC).
Das hat ganz pragmatische Gründe. Genaueres kann ich aber erst sagen, wenn durch ist, welche Abenteuer ich leiten mag.

PPS:
Es gibt trotz oben genannter Aussagen ein System, bei dem ich mich nicht nur an die Regeln halte, sondern bei dem ich auch offen würfle und nicht schummle. Dieses System heißt Gemini und ist ein Dark Fantasy System.
Warum mache ich das?
Weil die Welt grausam, schmutzig und gemein ist.
Und das heißt, dass ein Charakter in einem Kampf am ersten Schlag sterben kann. Oder nicht mehr fähig ist, seinen Beruf auszuüben.
Wir hatten einen Einbrecher, der die Gefahr von Kämpfen falsch einschätzte. Ging in den Kampf, verlor sein Bein, verblutete fast, Karriere vorbei.
Ohne Ausbildung war er dazu verdammt, Bettler zu werden.
Und am Abenteuer konnte er auch nicht mehr teilnehmen.
Tja.
« Letzte Änderung: 04.Juni.2015, 17:50:15 von Dumon »
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #15 am: 04.Juni.2015, 18:04:38 »
Grundsätzlich teile ich deine Einstellung, dass die Geschichte und der Spaß aller Beteiligten beim Rollenspiel das wichtigste sind. Coole und cineastische Aktionen sollten eher belohnt, als bestraft werden. Das die Regeln hierbei u.U. manchmal sogar im Weg sein können ist leider nur zu wahr.

Und hier kommt nun der Unterschied:
Natürlich kann man immer Teile der Regeln über Bord zu werfen, oder komplett frei auszulegen (was absolut legitim ist, wenn die Gruppe damit einverstanden ist).Aber statt ein System zu wählen, das mich einschränkt und die Einschränkung dann zu ignorieren, wähle ich ein System das mir (und den anderen Mitspielern) im Rahmen seiner Regeln diese Freiheiten und Möglichkeiten von Hause aus gibt, wie beispielsweise FATE.

Wichtig ist mMn nur, dass die Spieler vorher wissen, worauf sie sich einlassen und was sie erwartet.
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #16 am: 04.Juni.2015, 18:27:55 »
Da gehe ich mit Dir vollkommen d'accord!

Tatsächlich benutze ich die Systeme, die ich benutze, nur, weil mir etwas an ihnen gut gefällt, und weil ich meist keine Zeit/Lust hatte, mich mit anderen Systemen auseinanderzusetzen. Als SL bin ich da, was große Systeme angeht, schon etwas faul (siehe unten).
- Bei CoC gefällt mir die Einfachheit des Systems und das Handling geistiger Stabilität
- Bei Warhammer FRPG gefällt mir das Berufssystem und die Einfachheit des Systems
etc.

Ich hab einfach irgendwann mal entschieden, dass ich mich nicht mit weiteren Systemen auseinandersetzen will, wenn die, die ich bereits kenne, quasi dasselbe (für mich) liefern. Das war mir bzw. ist mir den zeitlichen Aufwand nicht wert. Daher habe ich halt für das Meiste so meine Haus- und Hofsysteme - Horror, Western, Piraten bzw. Mantel&Degen, Postapokalypse, Fantasy, Cyberpunk, etc.
Um mich zu reizen, muss ein RPG daher entweder so massiv im System abweichen, dass es wieder interessant wird, oder dasselbe in bezug auf Genre tun. Und da kommen halt die ganzen Indies mit rein.

Allerdings bin ich bei Mythos-orientierten Systemen breitbasiger interessiert (wen wundert's?), und zudem habe ich noch ein System auf dem Schirm, mit dem ich mich bald etwas mehr auseinandersetzen will - FATE. Denn das verspricht mir doch einiges an Interessantem mitzubringen. Welche anderen Systeme es dann jedoch ersetzen wird, das muss sich erst zeigen. Insbesondere, da ich keine Toolbox-Systeme mag, die man auf "alles mögliche" zuschneiden kann...
:)

Und absolut - man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Das gilt sowohl für das RPG (wenn es dem SPieler wichtig ist) als auch für den SL und in geringerem Maße für die Mitspieler...
« Letzte Änderung: 04.Juni.2015, 18:29:47 von Dumon »
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #17 am: 04.Juni.2015, 19:09:35 »
Witzig, ich sehe gerade in (gut gemachten, also flexiblen) Universalsystemen oder Toolbox Systemen eine mögliche Lösung für das (also zumindest mein) Problem mit der riesen Systemauswahl heute.

Ich mag sehr viele verschiedene Genres, von (Urban)Fantasy über Pulp, Horror, Sci-Fi (in verschiedenen Facetten), Cyberpunk, Western, Wuxia, Cartoons, bis zu Superhelden und totalen blödelsettings wie bsp. Paranoia ist alles dabei.
Ich mag aber nicht für jedes ein eigenes Regelsystem lesen und auswendig lernen. Das wäre auf dauer auch viel zu teuer und dafür fehlt mir auch schlicht die Zeit.

Meine Lösung sieht da aktuell so aus, dass ich je nach Fokus des Settings 2 recht verschiedene Universal-toolbox-Systeme nutze.
Savage Worlds für eher klassische Settings oder solche mit einem starken taktischen Fokus.
Und
FATE für cineastische Settings und solche mit einem storyzentrierten Fokus oder Settings bei denen es mir schlicht sehr wichtig ist, den Spielern viel Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen.

Mir ist klar, dass damit u.U. etwas Flair des Originalsystems verloren gehen kann, ABER zum einen bieten beide Systeme viele Anpassungsmöglichkeiten durch regelseitige Stellschrauben um möglichst dicht ans Original (oder das was wichtig daran ist) ran zu kommen. Zum anderen ist das ein Preis, den ich gerne bereit bin zu zahlen, für die Flexibilität (jedes Setting bespielen zu können) und die Tatsache dafür nicht dröflzig Systeme mit Tausenden Seiten Regelwerken besitzen und lesen zu müssen.
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #18 am: 04.Juni.2015, 20:47:57 »
Sehe ich vollkommen ein.

Da haben wir einfach einen vollkommen anderen Geschmack! Und das ist ja alles andere als schlimm.

Ich glaube, daher kommt von mir eben auch der Ansatz, dass meine Spieler das System nicht kennen müssen (es sei denn, natürlich, sie wollen es). Ich kann ja
schließlich nicht verlangen, dass sie jedes System lesen/lernen/beherrschen.

Ich weiß nicht, für mich ist diese Kombination aus System und Welt superwichtig. Vielleicht, weil ich damit auch "Welt" auf System einschränke.
Genau kann ichs Dir aber nicht sagen.

Aber ich kaufe schon lange nicht mehr viel im RPG-Bereich. Indies besorge ich mir so alle zwei, drei Jahre mal in größerem Schwung als PDFs (was mir meist langt), als Bücher meist Cthulhu-Krempel (verschiedener Systeme, aber auch da ausgewählt oder erst nach und nach), und sonst brauch ich nicht so superviel. Da ich eben doch oft nur dieselben drei, vier Systeme spiele.

Gerade bei den Indies ist das schade. Ich hab bestimmt an die 50 Systeme, wenn nicht gar mehr. Einige kaum mehr als ein kleines Regelkonstrukt zur Erzähl-Regulation, andere richtig komplex. Was mir allerdings fehlt, das sind die experimentierfreudigen Spieler. Aber das liegt wohl auch an mir, da ich bei Spielern wählerisch geworden bin.

Sorry, ich bin abgeschwiffen in meinem Versuch, auf alle die Punkte einzugehen.
Aber ich war ohnehin fertig, und alles weitere wäre wohl nur Wiederholung.
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Re: Schadet die große Systemauswahl dem Hobby?
« Antwort #19 am: 07.Juni.2015, 02:27:45 »
Ich finde die Sache mit dem einigen auf ein System interessant.

Wie konzeptioniert ihr denn eure Runden wenn ihr damit Probleme habt?

Also ich habe damit kein Problem weil ich mir schlicht Leute zum Sr zocken suche. Da ist ganz klar das man halt Sr zockt und nicht irgendwas anderes.
Ich kenne auch runden die unterschiedliche Systeme spielen. Die mMn beste Lösung ist dabei: Jemand sagt ich leite einige Abenteuer (kleine Kampange) in Welt xy. Hier sind die Bögen und wenn ihr wollt bauen wir auch die Chars zusammen. Dann leitet der Sl seine kampange. Dann ist der nächste SL mit dem nächsten System dran. So kann man einige Zeit in einem System verbringen und hat auch abwechslung wenn diese einem Wichtig ist.

Warum ich selbst nur Sr spiele liegt ein Stück weit an Faulheit und ein Stück weit daran, das ich schrecklich unflexibel geworden bin. Ich habe über ein Jahrzehnt gebraucht um die Regeln einigermaßen drauf zu kriegen und die Welt im großen und ganzen zu verstehen. Ich tue mich scher damit neue Regeln zu lernen und zu verstehen wenn ich Systeme nur lese. Und die Systeme die mir beim Spielen auf Cons gefallen sind meist eher one Shots geeignet (paranoia, INS, cuthulhu, etc)
Mir ist seit Jahren kein leicht spielbares und mit einem guten Entwicklungspotential ausgestattetes System begegnet und deswegen hatte ich auch nie den Wunsch mir ein neues System zuzulegen. Hinzu kommt das mich Fantasy als Spielwelt meist nur anödet und damit schonmal ein gros weg fällt.   
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